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Festspielzeit Frühling 2016

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

Klingende Schachteln und

Klingende Schachteln und geheilte Tiere CROSSCULTURE Lollo – eine Klanggeschichte für Kinder 26

Aus einer Mülltonne fallen Bastelutensilien heraus: Scheren, Stifte, Schnüre, Klebstoffe, aber auch Dinge, die darin viel eher vermutet werden: leere Plastikflaschen, zusammengefaltete Kartons, Gummiringe, Essstäbchen. Eifrig bauen die Kinder unter Anleitung eigene Instrumente, die im Nu erklingen. Es raschelt, knistert, hämmert und zupft. Doch das Geräuschchaos wird bald in klangliche Ordnung gebracht: Jede Instrumentengruppe findet ihren Platz. Schon sitzt ein komplettes Orchester mit selbstgebauten Instrumenten vor der Bühne – und ist zugleich Publikum und klanglicher Erzähler der Geschichte. Die in Ruanda geborene Sopranistin Marie-Christiane Nishimwe spielt die Hauptrolle in Elisabeth Naskes und Ela Baumanns »Klanggeschichte zum Mitgestalten« Lollo nach Mira Lobes und Susi Weigels Kinderbuch. Doch sie verkörpert nicht nur die dunkelhäutige Puppe Lollo, sie singt und erzählt auch deren Geschichte, dirigiert das soeben formierte Orchester und stiftet die Kinder zum Mitmachen an. Als selbst weggeworfene Puppe findet Lollo auf der Schutthalde zahlreiche Puppen und Stofftiere, die weggeworfen wurden, weil ihnen etwas fehlt: »Ich heiße Maxerl und hab nur ein Haxerl, / das andere hat man mir ausgerissen / und dann – dann hat man mich weggeschmissen. / Drum bin ich auf dem Gerümpelberg hier …« Gemeinsam finden Lollo und Maxerl ihre künftigen Gefährten, darunter einen Elefanten ohne Rüssel und einen Hasen mit nur einem Ohr. Sie beschließen, den ungemütlichen Ort zu verlassen. Der Zug setzt sich in Bewegung. Florian Fennes, Klarinettist und Saxofonist, gibt die Melodie vor, Raimund Pleschberger verwandelt die Müllsäcke in fleischige Blätter eines Baumes, der dann als Aussichtspunkt im Wald dient. Das Kinderorchester mit seinen Instrumenten zieht mit, singend erreicht man den Wald. Unermüdlich verarztet Lollo die kranken Tiere und Puppen: Der Elefant bekommt einen bunten Rüssel, der Hase sein fehlendes Ohr: »Sechs mal sechs ist sechsunddreißig, / die Frau Doktor Loll ist fleißig, / operiert von früh bis spät, / zeichnet, schneidet, heftet, näht«, singt Marie-Christiane Nishimwe. Die Kinder musizieren und singen mit, konzentriert und doch ausgelassen. Die Ausgelassenheit wird beim Bau des neuen Zuhauses, einer Schachtelstadt, noch größer. Wer einen kleinen Karton wählt, wird allein in das Haus einziehen, große Schachteln bieten mehreren Kindern Platz. Die Häuser bekommen Fenster und Türen, mit Pastellkreiden werden sie bunt und individuell gestaltet. »In der Schachtelstadt gibt es ein Fest, / wie sich’s nicht schöner denken lässt, / ein Fest mit Tanz und Tralala, / mit Sing und Sang und Hopsassa.« Natürlich nehmen die jungen Musikerinnen und Musiker ihre selbstgebauten Instrumente mit nach Hause, auch das eine oder andere Schachtelhaus wird von den kleinen Baumeistern davongetragen. Kinder zwischen fünf und neun Jahren sind eingeladen, Lollos Klanggeschichte mitzugestalten und die Themen Müll und Umweltschutz spielerisch zu erfahren. Vorstellungstermine finden Sie im Spielplan in der Heftmitte. 27 LOLLO

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