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Festspielzeit Winter 2017

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

BREGENZER FESTSPIELE

BREGENZER FESTSPIELE 2018 tragische Potenzial ist für mich dort genauso groß. Außerdem wollten wir mit Beatrice Cenci den Blick auf etwas Unbekanntes richten. Das ist ein Teil unseres dramaturgischen Fadens im Festspielhaus. Apropos dramaturgischer Faden: Wie lässt er sich für die gesamten Bregenzer Festspiele auf eine Formel bringen? Im Zentrum stehen die drei Bühnen des Festspielbezirks. Da ist die Seebühne, auf der wir Spektakel im besten Sinne machen, qualitativ hochwertige Oper in einer mitreißenden, im Idealfall verzaubernden Form. Dann das geniale Festspielhaus mit dem Luxus, kein Mehrzweck-, sondern ein Opernhaus zu sein – mit perfekter Akustik und großartigen Bühnenmöglichkeiten. Hier möchten wir große Oper machen, die außerhalb des allgemeinen Repertoires steht und etwas Spezielles darstellt. Sei es, weil das Stück lange nicht gespielt wurde, die Anforderungen besonders groß sind oder sei es eine Kombination im Team, die etwas Ungewöhnliches erwarten lässt. Und als drittes haben wir die Werkstattbühne, auf der wir zeitgenössisches Musiktheater bieten. Das wird 2018 Das Jagdgewehr sein ... Genau. Beim Jagdgewehr sehe ich in der Kombination von Komponist und Regisseur ein unglaubliches Potential. Der Österreicher Thomas Larcher, der für seine farbenreiche Musik bekannt ist, schreibt seine erste Oper für uns. Dazu ist es uns gelungen, Karl Markovics als Regisseur zu verpflichten. Einige Leser werden ihn als Schauspieler kennen, beispielsweise aus dem Film Die Fälscher. Er ist ein sehr kluger, einfühlsamer und theatraler Kopf. Die Zusammenarbeit ist wirklich schön. Was derzeit in der Entwicklung des Stückes geschieht, macht mich unglaublich froh und gespannt auf die Uraufführung. Gibt es beim Blick auf das weitere Programm wiederkehrende Motive? Frauenfiguren interessieren uns in dieser Saison besonders. Deswegen auch María de Buenos Aires und der besondere Abend über Alfonsina Storni, eine spannende Schweizerin, die nach Argentinien auswanderte. Es geht um Frauen in einem klar bestimmten, nicht wirklich freien Umfeld. Das gilt auch für Carmen und Beatrice Cenci, deren Schicksal stark von ihrer Familie und den Möglichkeiten einer Frau im 16. Jahrhundert abhängt. Bei María de Buenos Aires dasselbe Thema: Frauen in Machtverhältnissen, die sie nicht selbst aufbrechen können. Erstmals im Programm ist die Oper des Spiels auf dem See in einer Version für Kinder. Wie kann man sich diese Version vorstellen? Und was macht Carmen besonders kindertauglich? In erster Linie die hervorragende Musik. »Kindertauglich« bedeutet für mich, das Stück auch in einer gekürzten Fassung möglichst unangetastet zu lassen. Wir wollen es so erzählen, dass die Kinder auch die düsteren Aspekte mitnehmen – aber in einer für sie gut umsetzbaren Weise. Daher versetzt der junge Regisseur Andrea Bernard Carmen in die Zirkuswelt. So bleibt die Illusion, die das Theater ausmacht, aufrechterhalten, ohne dass es zu einem tragischen Showdown kommen muss. Es ist großartig, das Festspielhaus mit dieser Produktion für die jungen Menschen zu erobern. Die große, starke Atmosphäre des Raums mitzutransportieren, ist ein wichtiger Zugang zur Oper. Daher möchten wir das Festspielhaus für junge Menschen etablieren. Haben Sie zuvor in Graz Erfahrungen mit Kinderopern gesammelt? Ja, wir haben dort im Opernhaus Oper für Kinder und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Theater kann durch den Raum etwas Weihevolles haben: Man weiht sich einer Angelegenheit, die außerhalb der Realität steht – und das im Idealfall mit denselben Emotionen, die man im Leben auch entwickeln kann. Dabei kann der Prozess helfen, an einen Ort zu gehen, wo man schon durch den Weg und den Ort selbst verändert wird. 6

»Uns geht es darum, wichtige Themen auf die Bühne zu bringen, die heute noch relevant sind – beispielsweise der Umgang mit uneingeschränkter Macht. Das ist ein Thema, das uns nie verlassen wird.« elisabeth sobotka 7

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