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Festspielzeit Frühling 2015

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

FEUER UND FLAMME FÜR

FEUER UND FLAMME FÜR »TURANDOT« CASTING Von Feuerkünstlern, Schwertkämpfern und Drachenträgern Steckt mir das Theater nicht in Brand«, ruft Turandot- Regisseur Marco Arturo Marelli in der Werkstattbühne des Festspielhauses und dann geht es los. Sebastian Berger aus Wien, Chris Madden und Michael Caden Pike aus Bristol machen Feuerkunst. Zuerst sind es überdimensionale Q-tips, die an beiden Enden brennen und nun wild durch die Dunkelheit kreiseln, dann brennende Schwerter, rotierende Hanteln mit jeweils fünf Flammen an den Enden und schließlich meterhohe brennende Würfel, die in rasendem Tempo um die drei Feuerkünstler kreiseln. Die beiden Engländer verbinden die Feuerkunst dann auch noch mit Akrobatik, einer auf der Schulter, auf dem Kopf des anderen, eine vier Meter hohe menschliche Feuersäule. Und nach geschätzt sieben Minuten ist alles wieder dunkel und alle sind erst mal sprachlos. Hier der Regietisch, an dem Marelli sitzt, dort die drei Feuerkünstler und in der Mitte ein ganzes Team, das am Ende die Stunts koordinieren soll. Und dann bricht der Applaus los. »Absolutely great, fantastic!«, ruft der Regisseur und ist sichtbar zufrieden mit seiner Idee, Puccinis Turandot auf der Seebühne mit Feuerkunst zu befeuern. Es ist Februar, bitterkalt, und wenn das Wetter noch ein paar age länger so bleibt, dann schwimmen bald die ersten Eisschollen zwischen Zuschauertribüne und Seebühne. Von der Riesenschildkröte, auf der Die Zauberflöte im Vorjahr spielte, ist nichts mehr zu sehen, stattdessen lässt ein Kran das Turandot-Bühnenbild allmählich aus dem Wasser steigen. Und drinnen auf der Werkstattbühne bekommt die Inszenierung so langsam ein Gesicht. Besser gesagt Gesichter, denn an diesem Wochenende wird gecastet. Ribbon-Tänzerinnen werden gesucht, ein Clown, Zofen, Bootsführer, Soldaten und Henkersknechte, um die Geschichte von der blutrünstigen chinesischen Prinzessin Turandot nicht nur zu 8 erzählen, sondern wie gewohnt in ein Seebühnenspektakel zu verwandeln. Und da kommen die Feuerkünstler gerade recht. Zehn wurden eingeladen, aber der Zufall will, dass Chris, Michael und Sebastian beim Casting zuerst dran sind und sich herausstellt, dass die drei absolute Weltspitze sind. In der Szene der Feuerkünstler sind sie Kult, ihre Youtube-Videos werden zigtausendfach geklickt. Sebastian zum Beispiel macht seit über zwölf Jahren Feuerkunst. »Was mich von Anfang an fasziniert hat«, erzählt er, als das Feuer wieder gelöscht ist, »ist das Geräusch, mit dem das Feuer am Ohr vorbeirauscht«. Schade für die sieben, die nach ihnen dran sind und ihre Feuerkunst zeigen sollen. Schon bevor sie anfangen, ist ihnen klar, dass sie kaum noch Chancen haben, mit ihren Kunststücken auf die Seebühne zu kommen. Aber immerhin, sagt ein Kollege aus Graz: »Schön, mal eine Show von denen gesehen zu haben.« Gewinner, das ist schon nach diesem Nachmittag auf der Werkstattbühne klar, werden die Zuschauer sein, denn sie bekommen nicht nur Musik und Sänger, sondern auch Feuerkunst vom Allerfeinsten.

9 TURANDOT

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