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Festspielzeit Frühling 2018

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

THOMAS GAYDA OPER IM

THOMAS GAYDA OPER IM FESTSPIELHAUS Berthold Goldschmidt und Thomas Gayda ist Publizist, Autor, promovierter Musikhistoriker und spezialisierte sich auf das Gebiet der Exilforschung. In seiner Eigenschaft als Project Consultant für die CD-Edition »Entartete Musik« für das Label DECCA trug er federführend zur Wiederentdeckung vergessener Komponisten und derer Werke bei. Er lebt im Kleinwalsertal. fallssturm über den Fassungslosen herabregnet. Unvergessen auch der Moment, als er 1994 nach der grandiosen szenischen Erstaufführung an der Komischen Oper (Regie: Harry Kupfer) seine unverhohlene Freude über den Erfolg und die Begeisterung des Publikums zum Ausdruck bringt: »Ich wünschte mir, meine einstigen Feinde könnten das miterleben.« Da ist auch der »Schock« vom Vortag vergessen, als ihm kurz vor Beginn der Pressekonferenz zur Premiere von der Wiederentdeckung seiner seit Jahrzehnten verschollenen Passacaglia für Orchester op. 4, 1926 von Erich Kleiber und der Staatskapelle Berlin uraufgeführt und mit dem Mendelssohn-Preis gekrönt, berichtet wurde. Und nicht nur die Passacaglia, sondern auch die Materialien zu zwei weiteren verschollenen Werken sind aufgetaucht und liegen nun vor ihm ausgebreitet. Es ist eine Sensation und Berlin im Goldschmidt-Fieber! Nur er scheint – zur Überraschung aller – sichtlich »not amused«, kann sogar nur mit Mühe davon abgehalten werden, die Noten zu zerreißen. Statt Freude über den Fund überkommt ihn wie ein Donnerschlag die Sorge, womöglich »entlarvt« zu werden, einige Themen in späteren Werken wiederverwendet zu haben! (Sein großes Vorbild Johann Sebastian Bach schien ihm bei dieser Praxis wohl nicht in den Sinn gekommen zu sein.) Schon im Jahr darauf nimmt Sir Simon Rattle die Passacaglia für die DECCA-Edition »Entartete Musik« mit dem City of Birmingham Symphony Orchester auf. Unvergessen der Moment, als der anwesende und sichtlich gerührte Schöpfer eine Rede hält, voll des aufrichtigen Dankes an den »Entdecker«, die Plattenfirma sowie alle beteiligten Musiker und Techniker. Anschließend übernimmt er von seinem Freund Sir Simon den Taktstock, um seine Comedy of Errors-Ouvertüre zu dirigieren – mit 92 Jahren! In Erinnerung bleiben Berthold Goldschmidts positiv-philosophische Sichtweise zum Leben, seine souveräne innere Größe und seine jugendliche Aura, die stets wach aus seinen Augen blitzte – und dass er allen Schicksalsschlägen zum Trotz seinen Humor nie verlor. Bewunderns- und beneidenswert. OPER IM FESTSPIELHAUS BEATRICE CENCI Berthold Goldschmidt Premiere 18. Juli 2018 – 19.30 Uhr Vorstellungen 22. Juli – 11.00 Uhr 30. Juli – 19.30 Uhr | Festspielhaus Werkstattgespräch mit Probeneinblick 2. Juli – 20.00 Uhr | Festspielhaus 12

KARL MARKOVICS IM KINO Atmen und Superwelt im Filmforum Bregenz GETRÄNK DES HIMMELS Herausforderungen seien das Einzige, was ihn interessiere, »das Abenteuer und das Unbekannte«, gestand der Schauspieler und Regisseur Karl Markovics im vergangenen Herbst bei der Vorstellung des Bregenzer Festspielprogramms 2018. Zum ersten Mal wird er eine Oper inszenieren und im Sommer die Uraufführung von Thomas Larchers Das Jagdgewehr auf die Werkstattbühne bringen. Mit Filmrollen in Indien, Hinterholz 8, Die Fälscher, Komm, süßer Tod, Grand Budapest Hotel sowie den Fernsehserien Kommissar Rex und Stockinger wurde er einem breiten Publikum bekannt. Auf der Opernbühne war er in Benjamin Brittens A Midsummer Night’s Dream an der Volksoper Wien und in Die Fledermaus am Opernhaus Zürich zu erleben. Seine beiden eigenen Kinofilme werden kurz vor der Premiere von Das Jagdgewehr im Filmforum Bregenz gezeigt. Karl Markovics wird sich dabei den Fragen des Publikums stellen. Atmen wurde zum ersten Mal bei den Filmfestspielen in Cannes 2011 gezeigt und erzählt die Geschichte eines jugendlichen Straftäters, der während seines Freigangs eine Arbeit als Bestatter annimmt, die ihn vor große Herausforderungen stellt. Superwelt erlebte seine Premiere auf der Berlinale 2015 und handelt von einer Supermarktkassiererin, deren plötzlicher Kontakt mit Gott ihr eigenes Leben und das ihrer Mitmenschen auf den Kopf stellt. ATMEN Ö 2011 | 93 min. Regie und Drehbuch Karl Markovics Mit Thomas Schubert, Karin Lischka, Gerhard Liebmann, Georg Friedrich u. a. 2. August – 20.00 Uhr SUPERWELT Ö 2015 | 120 min. Regie und Drehbuch Karl Markovics Mit Ulrike Beimpold, Rainer Wöss u. a. 9. August – 20.00 Uhr INFOS & TICKETS Metrokino Bregenz | Reservierung: T +43 5574 71843 www.filmforum.at Für manche Opern benötigt man starke Nerven, wie zum Beispiel für Beatrice Cenci. Die blutige Tragödie erzählt die wahre Geschichte einer jungen Patrizierin im Rom des 16. Jahrhunderts. Wegen Anstiftung zum Mord an ihrem Vater wurde sie zum Tode verurteilt. Dem Ereignis voraus gingen Jahre der Misshandlung und Demütigung. Vielleicht wäre das Urteil mit dem Genuss von mehr Kaffee milder ausgefallen. Ganz einfach, weil Kaffee für einen klaren Geist sorgt – und somit den Blick der Prozessbeteiligten auf den Gesamtzusammenhang geschärft hätte. Kaffee war zwar damals schon in Mode – allerdings musste sich der Papst noch persönlich davon überzeugen, dass es sich nicht um »Teufelszeug« handelte. Dabei wurde der Kaffee angeblich von Papst Clemens VIII., der auch das Gnadengesuch von Beatrice Cenci ablehnte, als himmlisches Getränk rehabilitiert. Die junge Frau war verloren, der Siegeszug des Kaffees in Europa nahm seinen Lauf, und die Emotionen kochten in jeder Richtung hoch. Eine aufregende Zeit. Dallmayr wünscht Ihnen bewegende Momente und viel Vergnügen bei den Bregenzer Festspielen! FILMFORUM | PARTNER Szene aus Superwelt 13

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