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Festspielzeit Frühling 2020

FESTTAGE IM

FESTTAGE IM FESTSPIELHAUS SOMMER 2020 Vom 15. bis 22. August 2020 präsentieren die Bregenzer Festspiele mit den Festtagen im Festspielhaus ein künstlerisches Lebenszeichen im abgesagten Festspielsommer.

Da wußt' ich nicht, wie das Leben tut / War alles, alles wieder gut« heißen zwei Zeilen in Gustav Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen, die den Namen eines außergewöhnlichen Konzertabends sowie die Festtage im Festspielhaus prägen. Mehrere Veranstaltungen finden als künstlerisches Lebenszeichen der Bregenzer Festspiele vom 15. bis 22. August 2020 statt, Alles wieder gut bildet den Auftakt. Darin feiern die unvergleichliche Musicbanda Franui und der international erfolgreiche Bassbariton Florian Boesch das romantische Kunstlied des 19. Jahrhunderts. Franz Schubert, Johannes Brahms, Robert Schumann und Gustav Mahler erklingen, der Osttiroler Banda gemäß, kreativ und unkonventionell. Die Stücke widmen sich der Liebe, dem Leben und Vergehen, vom schwedischen Video-Künstler Jonas Dahlberg in poetischen Bildern visualisiert, die den Eindruck erwecken, als würde die Zeit selbst zerfließen. Das Symphonieorchester Vorarlberg unter Rigoletto-Dirigent Enrique Mazzola setzt ebenfalls ausgewählte Lieder aufs Programm seiner Orchestermatinee. Sie stammen aus der Sammlung Lieder der Auvergne (Chants d’Auvergne) von Joseph Canteloube. 1879 in dieser fruchtbaren, vulkan- und flussreichen Gegend im Herzen Frankreichs geboren, studierte er in Paris Klavier und Komposition, blieb jedoch seiner Heimat tief verbunden. Mélissa Petit, die zuletzt als Gilda in Rigoletto das Festspielpublikum faszinierte, singt die berührenden und charmanten Melodien, die in ihrer schlichten Schönheit faszinieren. Volksliedhafte Klänge finden sich auch in der nachfolgenden siebten Symphonie Ludwig van Beethovens, deren ersten Satz Hector Berlioz als »Bauerntanz« bezeichnete. Fesselnde rhythmische Ideen kennzeichnen das Werk, das von taumelnder Freude über einen stilisierten Trauermarsch im Allegretto-Tempo bis zum wildwirbelnden Lebensglück führt. Diese Symphonie – damals meist zusammen mit Wellingtons Sieg zu hören – brachte Beethoven den größten Erfolg zu Lebzeiten und musikgeschichtlich eine Neuheit: Der Komponist schrieb darin zum ersten Mal die Lautstärkenangabe fortefortissimo (abgekürzt fff). Viva Verdi – Viva l’Opera heißt es am selben Abend im Festspielhaus, wenn die Sopranistin Anna Princeva und Dirigent Enrique Mazzola der Seebühne eine Reverenz erweisen und mit klein besetztem Orchester zeigen, wie meisterhaft Giuseppe Verdi komponierte und wie lebendig die Kunstform Oper ist. Die Sängerin aus St. Petersburg beeindruckt mit virtuosen Spitzentönen und glänzt neben dem italienischen Fach in Opern von Richard Wagner. Für ihre Rolle als Elsa in Lohengrin am Theater Bonn wurde sie 2019 mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST geehrt. In Bregenz, wo Enrique Mazzola Musikerinnen und Musiker des Sinfonieorchesters St. Gallen dirigiert, gilt: Es lebe Verdi! Es lebe die Oper! Bissig-satirisch geht es im Seestudio weiter, dem Spielort zweier Veranstaltungen aus der Reihe Musik & Poesie. Der Schauspieler und Filmregisseur Karl Markovics inszenierte bei den Bregenzer Festspielen 2018 mit der Uraufführung von Thomas Larchers Das Jagdgewehr seine erste Oper und gewann dafür den Österreichischen Musiktheaterpreis. Bei den Festtagen im Festspielhaus liest er Texte des österreichischen Vorzeige-Kritikers Karl Kraus, dessen scharfsinnige Beobachtungen aus der vorletzten Jahrhundertwende und Zwischenkriegszeit erschreckend aktuell wirken. Musikalisch begleitet wird er von den Neuen Wiener Concert Schrammeln. Unter dem Titel Die Liebe in Italien singen am zweiten Abend von Musik & Poesie die Sopranistin Anna El-Khashem und der Bariton Johannes Kammler Lieder von Richard Strauss. Zuvor präsentieren die beiden eine Auswahl aus Hugo Wolfs Italienischem Liederbuch. Ganz Poet war da der Komponist, als er 1890 zahlreiche Facetten der Liebe musikalisch zeichnete. Die Vorlagen dazu waren – von Paul Heyse gefühlvoll übertragene – volkstümliche Gedichte aus Italien. Begleitet wird das Paar von der Pianistin Rita Kaufmann. Sowohl El-Khashem als auch Kammler waren Mitglieder im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper und gewannen jeweils einen Preis beim Wettbewerb NEUE STIMMEN der Bertelsmann Stiftung. Kammler ist international als Opern-, Konzertund Liedsänger gefragt. El-Khashem gab zum 70. Jubiläum der Bregenzer Festspiele 2016 in Wolfgang Amadeus Mozarts Bastien und Bastienne die Schäferin Bastienne und wurde vom Magazin Opernwelt 2018 zur Nachwuchssängerin des Jahres gekürt. Nun ist ein Ortswechsel angesagt: Hanna Herfurtner, die kommendes Jahr die weibliche Hauptrolle in der FESTTAGE IM FESTSPIELHAUS 7

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