Aufrufe
vor 1 Monat

Festspielzeit Frühling 2022

  • Text
  • Burgtheater
  • Jeanpaul sartre
  • Tobias moretti
  • Umberto giordano
  • 2022
  • Seebühne
  • Giacomo puccini
  • Geschlossene gesellschaft
  • Sibirien
  • Madame butterfly
  • Bregenzer festspiele
Das Magazin der Bregenzer Festspiele

»WIR SIND DIE WURZELN

»WIR SIND DIE WURZELN DER FESTSPIELE IN DER REGION« FREUNDE DER BREGENZER FESTSPIELE Die Bregenzer Festspiele faszinieren die Unternehmerin Judith Salzmann seit ihrer Jugend. Als neue Vorsitzende im Verein der Freunde will sie die Verwurzelung in der Region stärken: »Die Festspiele sind aus einer Bürgerbewegung entstanden und haben diesen Bezug zur Region nie verloren.« Mit leuchtenden Augen erzählt Judith Salzmann von der Veranstaltung am Vorabend: »Alle waren beseelt von dieser intensiven Atmosphäre, dem Einblick in die Probenarbeit, der Musik, den persönlichen Begegnungen mit den Künstlerinnen und Künstlern. Da kommen die Seelen in Schwingung!« Ihre Begeisterung ist spürbar. Mit den Gönnerinnen und Gönnern des Cercle der Bregenzer Festspiele hat Salzmann die musikalischen Proben zur Oper Armida besucht. Es war die erste Veranstaltung des Cercle seit Beginn der Pandemie und gleichzeitig die erste, die Judith Salzmann als Vorsitzende des Vereins der Freunde der Bregenzer Festspiele organisiert hatte. Seit November hat die 57-jährige Unternehmerin diese Funktion inne. 1.100 Mitglieder zählt der Verein, darunter viele, die als Förderer oder Mitglieder des Cercle besondere Unterstützung leisten. Mit einem Beitrag von über 300.000 Euro ist der Verein ein wichtiger Geldgeber der Festspiele. Doch die finanzielle Unterstützung ist nur eines der Ziele, die sich Salzmann gesetzt hat. Was verbindet Sie mit den Bregenzer Festspielen? Judith Salzmann: Die Bregenzer Festspiele haben mich schon als junge Frau fasziniert. Mein Vater, ein Seilbahnplaner, hat im Sommer Kunden eingeladen und ich durfte sie zu den Aufführungen begleiten. Ich habe erlebt, wie begeistert sie waren, das war auch für mich ansteckend. Alfred Wopmann hat damals das Programm umgekrempelt und die Bregenzer Festspiele gemeinsam mit Franz Salzmann, meinem Onkel, neu ausgerichtet. Deshalb waren die 32 Festspiele natürlich auch in unserer Familie ein großes Thema. Nach dem Studium in Wien bin ich nach Bregenz zurückgekommen, da waren die Festspiele für mich ein Höhepunkt. Kultur, wie man sie sonst nur in der Großstadt findet. Was ist Ihnen da speziell in Erinnerung geblieben? Ich mag junges, experimentelles Programm, wie es vor allem auf der Werkstattbühne zu finden ist. Dem würde ich gerne noch stärker zur Geltung verhelfen. Auch die selten gespielten, manchmal anspruchsvollen Opern im Festspielhaus faszinieren mich sehr. Die Mischung mit dem klassischen Programm und den Inszenierungen auf der Seebühne machen für mich die Bregenzer Festspiele aus. Haben Kunst und Kultur in Ihrem Leben immer schon eine so große Rolle gespielt?

Seit meiner Jugend, ja. Neben meiner Familie und meinem Beruf ist Kunst und Kultur mein drittes großes Interesse. Ich war zehn Jahre lang im Vorstand des Freundevereins des Vorarlberger Landestheaters. Ich genieße auch sehr die spannenden Führungen im Kunsthaus Bregenz, die die KUB-Freunde organisieren. Es ist ein Privileg, dass wir solche Kulturinstitutionen in Bregenz haben, und ich habe immer versucht, einen Beitrag zu leisten, dass dieses Angebot in möglichst breite Kreise der Gesellschaft transportiert wird. JUDITH SALZMANN IM GESPRÄCH Das ist sicher auch eine Aufgabe des Vereins der Freunde der Bregenzer Festspiele. Was sind dort Ihre Ziele? Die Festspiele sind nach dem Zweiten Weltkrieg als Initiative von Bregenzer Bürgerinnen und Bürgern entstanden. Sie haben diesen Bezug nie verloren. Die Festspiele sind nicht irgendein Festival, das zufällig in Bregenz stattfindet. Unsere Vision ist es, diese Verbindung, diese Verwurzelung zu stärken und dabei die nächste Generation zu erreichen. Das ist im Vorstand unsere gemeinsame Vision. Wir möchten, dass dieses Gefühl erhalten bleibt: »Wir sind die Festspiele!«. Welche Aktivitäten werden Sie dazu setzen? Wir treten als Team auf mit einem super Mix aus vier erfahrenen, bestehenden Mitgliedern und drei neuen. Wir haben uns die Frage gestellt: Warum bin ich gerne Freund – also Mitglied im Freundeverein? So entwickeln wir gerade ein adaptiertes Programm. Es soll Erlebnisse bieten, die man sich nicht kaufen kann – genau wie gestern Abend beim Probenbesuch von Armida. Welche Ziele verfolgen Sie konkret? Wir haben eine gemeinsame Vision, aus der heraus wir unsere Angebote an die Mitglieder im Verein der Freunde entwickeln. Es wäre natürlich schön, wenn die Zahl der Freunde steigt und wir die Festspiele finanziell noch stärker unterstützen können. Dazu möchten wir auch Menschen in anderen Regionen ansprechen, etwa in Wien. Gleichzeitig wissen wir, dass wir hier von einem hohen Niveau starten. JUDITH SALZMANN studierte Biotechnologie in Wien und gründete 1992 ihr eigenes Ingenieurbüro in Bregenz. Im November 2021 übernahm sie von Gebhard Sagmeister das Amt der Vorsitzenden des Vereins der Freunde der Bregenzer Festspiele. 33

Unsere Dokumente für Sie:

© 2021 Bregenzer Festspiele