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Festspielzeit Sommer 2017 Extra

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

BREGENZER

BREGENZER FESTSPIELE

SEHNSUCHT NACH SPANIEN SPIELZEIT 2017 Mehrere Werke in diesem Festspielsommer verbinden spanische und französische Motive. Im spanischen Sevilla sind gleich zwei Opern angesiedelt, die in diesem Sommer bei den Bregenzer Festspielen zu erleben sind: Während Carmen und Don José in der andalusischen Stadt ihre leidenschaftliche, aber auch verhängnisvolle Liebe entdecken, prallen im Schloss des Grafen Almaviva die Intrigen und Gefühlsverwirrungen um den Barbier Figaro aufeinander. Nach der geglückten Befreiung seiner Rosina mit Hilfe Figaros hat der Graf ihn zu seinem Angestellten gemacht. Wolfgang Amadeus Mozarts Die Hochzeit des Figaro und Georges Bizets Carmen teilen sich nicht nur den spanischen Ort der Handlung, beide Opern beruhen auch auf einer französischen Vorlagen, die zu ihrer Zeit für Aufregung in der Öffentlichkeit sorgten. 5 Prosper Mérimée, Autor der Novelle Carmen, die Bizet als Grundlage seiner Oper diente, reiste Mitte des 19. Jahrhunderts wie viele französische Autoren nach Spanien und ließ sich von der Landschaft, Kultur und Mentalität inspirieren. 1830 traf er bei seiner ersten Reise auf die Gräfin Montijo und deren Tochter Eugenia. Die Gräfin erzählte ihm von einem Jaque, der seine Geliebte umgebracht habe, weil sie als Prostituierte gearbeitet hat. 15 Jahre später verwandelte Mérimée die Erinnerung an diese wahre Begebenheit in seine berüchtigte Novelle. Aus Jaques Geliebten machte er eine Zigeunerin, die sich als Prostituierte und – genauso wie Don José – mit kriminellen Handlungen ihren Unterhalt verdient. Als Bizet dem Vizedirektor der Pariser Opéra Comique mitteilte, dass er diese Novelle vertonen wird, fürchtete dieser um sein Publikum. Besonders die Ermordung Carmens durch José am Ende der Geschichte und überhaupt »das Milieu der Diebe, der Zigeuner, der Tabakarbeiterinnen« versetzte den Auftraggeber in Schrecken. Das Libretto zur Oper wurde gegenüber der zugrunde liegenden Novelle abgemildert, die Oper wegen ihrer radikalen Handlung aber dennoch distanziert aufgenommen und erst nach Bizets Tod zum Welterfolg. Etwas mehr als ein halbes Jahrhundert vor Mérimées Carmen hatte eine Komödie das Pariser Theaterleben in Aufruhr versetzt: Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit von Pierre Augustin de Beaumarchais. Nach den bejubelten Aufführungen von Der Barbier von Sevilla oder Die nutzlose Vorsicht, das 1775 zum ersten Mal auf die Bühne gekommen war, erwartete man die angekündigte Fortsetzung mit Spannung. Der französische Königshof verbot aber jede öffentliche Präsentation der 1778 entstandenen Komödie. Erst 1784 konnte das Stück gespielt werden. Für Aufsehen sorgten offenbar die frechen Intrigen des Titelhelden, der sich anmaßte, gegen die Autorität des Grafen Almaviva zu opponieren. Dieser berief sich auf ein zweifelhaftes Recht des Adels, vor der Hochzeit seines Personals die erste Nacht mit der Braut verbringen zu dürfen. Im letzten Akt von Beaumarchais'

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