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Festspielzeit Sommer 2017

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

OPER IM FESTSPIELHAUS

OPER IM FESTSPIELHAUS »Menschen auf der Bühne mit einer Miniaturwelt spielen zu sehen, gibt mir automatisch die Assoziation eines Gottes, der mit der Welt und deren Menschen spielt.« REGISSEURIN LOTTE DE BEER de Beer dazu, das Theaterkollektiv Hotel Modern für eine Zusammenarbeit anzusprechen, die mit winzigen Puppen und Objekten eigene Welten kreieren: »Menschen auf der Bühne mit einer Miniaturwelt spielen zu sehen, die das Leben winziger Kreaturen beeinflussen, gibt mir automatisch die Assoziation eines Gottes, der mit der Welt und deren Menschen spielt.« Seit 1997 entwirft Hotel Modern für ihre Aufführungen winzige Puppen und Objekte, die sich in einer eigens gebauten Umgebung live auf der Bühne bewegen, was mit Handkameras gefilmt und auf eine Leinwand übertragen wird. Das Publikum sieht also gleichzeitig die entstandene Phantasiewelt und wird Zeuge, wie die Akteure die Dinge und Figuren in ihrer Welt verändern. Gegründet wurde die Gruppe von den beiden Schauspielerinnen Arlène Hoornweg und Pauline Kalker sowie dem bildenden Künstler und Performer Herman Helle, der zuvor mit Rem Kohlhaas und bildenden Künstlern zusammengearbeitet hatte. Wie Pauline Kalker betont, bieten Puppen für die Zuschauerinnen und Zuschauer die Möglichkeit der Identifikation und schaffen gleichzeitig eine Distanz, so dass es zum Beispiel leichter Gewollt unperfekt: die ägyptischen Soldaten 14

Außergewöhnliches Musiktheater aus den Niederlanden: Regisseurin Lotte de Beer und das Theaterkollektiv Hotel Modern MOSES IN ÄGYPTEN möglich werde, tote Körper anzuschauen. Das Gehirn vervollständige die Andeutungen einer Puppe oder von Objekten und mache sich bewusst, dass Theater nicht real ist. Diese Möglichkeiten brachten Hotel Modern dazu, unfassbare Ereignisse wie den Ersten Weltkrieg oder die Konzentrationslager auf die Bühne zu bringen. Die Aufführungen The Great War und Kamp werden seit Jahren weltweit aufgeführt. Für Mosè in Egitto arbeiten die Mitglieder von Hotel Modern eng mit Lotte de Beer zusammen, die ein genaues Szenarium anhand Rossinis Musik erstellt hat. Auch um die Massen von Israeliten und Ägyptern auf der Bühne darzustellen, bauen Herman Helle und seine Mitarbeiter mehrere hundert Puppen. Das Skelett besteht meistens aus Kupferdraht, die Kleidung teilweise aus Papier, Haare werden aus Wolle oder Federn angeklebt. Circa 15 Minuten dauert der Bau einer Puppe. Hinzu kommen Waffen, Fahrzeuge, Instrumente und natürlich die Umgebung der einzelnen Spielorte, wofür Gebäude, Straßen und Natur nachgebildet werden. Im Gespräch mit einem Ägyptologen hat sich Herman Helle mit Aussehen, Verhalten und Waffengebrauch der Pharaonenzeit vertraut gemacht. Die von Hotel Modern kreierten Welten »sind niemals perfekt und detailgetreu, sondern eher behelfsmäßig und universell in ihrer Einfachheit«, beschreibt Lotte de Beer ihren Eindruck. Bei den szenischen Proben bringt die Regisseurin die drei Akteure von Hotel Modern an ihren Spieltischen mit den Solistinnen und Solisten sowie dem Chor zusammen. Gemeinsam mit dem Orchester werden alle Mitwirkenden eine der faszinierendsten Geschichte des Alten Testaments erzählen, deren Konflikt zwischen den Religionen bis heute spürbar ist. Mit der Titelfigur der Oper sind bis heute die Grundregeln unseres Zusammenlebens verbunden: die Zehn Gebote. Damit erhält Gioachino Rossinis tragisch-sakrale Handlung eine universelle Dimension, die Hotel Modern en miniature erahnen lässt, wie Lotte de Beer erklärt: »Der Maßstab ihrer Arbeit macht es möglich, die Kräfte der Natur und das Schicksal von Tausenden, sogar Millionen zu zeigen und eine Spaltung des Roten Meeres zu kreieren, die sicherlich auch Rossini beeindruckt hätte …« OPER IM FESTSPIELHAUS MOSES IN ÄGYPTEN Gioachino Rossini Tragisch-sakrale Handlung in drei Akten (1818|19) | Libretto von Andrea Leone Tottola | In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Premiere 20. Juli 2017 – 19.30 Uhr Vorstellungen 23. Juli – 11.00 Uhr 31. Juli – 19.30 Uhr | Festspielhaus 15

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