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Festspielzeit Sommer 2017

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

ORCHESTERKONZERT »Das

ORCHESTERKONZERT »Das ist ganz großes Kino« Mit der konzertanten Aufführung des ersten Walküre-Aufzugs in Bregenz erfüllt sich Philippe Jordan, Chefdirigent der Wiener Symphoniker, einen Herzenswunsch

Sie dirigieren bei den Bregenzer Festspielen ein reines Richard Wagner-Konzert. Wie passt der Komponist ins Programm, das dieses Jahr von seinen Kontrahenten Georges Bizet und Gioachino Rossini dominiert wird? Philippe Jordan: In der Gegenüberstellung von vermeintlich Unvereinbarem ergeben sich immer neue spannende Konstellationen. Natürlich kann man Wagner, Bizet und Rossini musikalisch und ästhetisch als Antipoden beschreiben: auf der einen Seite – wie Friedrich Nietzsche es formulierte – die südliche Sensibilität von Bizet, die eingängige Melodienpracht Rossinis; auf der anderen Seite der tiefsinnige, »schwitzende« Wagner. Solche Konfrontationen sind bereichernd und hinterfragen unsere Hör-Gewohnheiten. PHILIPPE JORDAN Seit Ihrem gefeierten Ring des Nibelungen an der Pariser Opéra Bastille und Ihrem Debüt mit Parsifal in Bayreuth 2012 gelten Sie als gefragter Wagner-Dirigent. Wann hörten Sie erstmals seine Musik? Schlüssel zum Verständnis des Werkes herangezogen. Jedes Wort muss in seinem Kontext verstanden, analysiert und interpretiert werden. Die Walküre war eine der ersten Opern, die ich gesehen habe – mit acht oder neun. Ein überwältigendes Erlebnis! Wahrscheinlich hat es meine Entscheidung beeinflusst, Dirigent zu werden. … und mit 20 haben Sie bereits erstmals den ganzen Ring einstudiert, als Assistent von Jeffrey Tate 1994 in Paris. Das war eine sehr intensive Zeit. Sir Jeffrey Tate hat ja wie ich als Repetitor angefangen. Er legte viel Wert auf das Handwerkliche und war sehr fordernd. Das beeinflusste meinen eigenen Weg. Im Ring hat er immer den Text als den eigentlichen Wagner dachte, die Oper Siegfried wird der Publikumshit im Ring. Es wurde aber die Walküre, speziell deren erster Akt. Wieso? Vielleicht hat Wagner seine Zuhörer falsch eingeschätzt: Das Heldenepos Siegfried berührt das Publikum einfach weniger als die große Liebesgeschichte zwischen Siegmund und Sieglinde in der Walküre. Heute würde man sagen, das ist ganz großes Kino. Diesem Mehr an Handlung, Dramatik und Charakteren entspricht auch die Musik. Da ist einfach alles dabei, von zauberhaft leichten Momenten bis zu gewaltigen, leidenschaftlichen Ausbrüchen. 7 PHILIPPE JORDAN ist seit 2008 Musikdirektor der Opéra national de Paris und seit 2014 Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Bei den diesjährigen renommierten International Opera Awards wurde er als bester Dirigent ausgezeichnet.

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