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Festspielzeit Sommer 2021

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

ORCHESTERKONZERTE

ORCHESTERKONZERTE ORCHESTERKONZERT SYMPHONIEORCHESTER VORARLBERG Dirigent Leo McFall Violine Paweł Zalejski Violoncello Mathias Johansen Oboe Viola Wilmsen Fagott Heidrun Wirth-Metzler Ludwig van Beethoven Ouvertüre zu Egmont op. 84 Joseph Haydn Sinfonia concertante Hob. I:105 Thomas Larcher Symphonie Nr. 3 – ÖEA – Erste Aufführung auf der Bühne 22. August 2021 – 11.00 Uhr | Festspielhaus Die Orchesterkonzerte werden präsentiert von das Sveriges Radios Symfoniorkester, das City of Birmingham Symphony Orchestra und das Orquesta Sinfónicade Castilla y León. Sie alle gemeinsam haben die Symphonie Nr. 3 in Auftrag gegeben und führen sie der Reihe nach auf. Man müsse die Musiker dort abholen, wo sie sich wohlfühlen, meint Larcher und geht genauer darauf ein, wohin der Weg von dort aus führt. Er erlaubt sich, bekannte musikalische Formen neu zu denken und weitet häufig bei Orchester- und Ensemblewerken die Besetzung aus. In der dritten Symphonie sind neben Streichern und Bläsern beispielsweise ein Akkordeon, ein präpariertes Klavier und eine erweiterte Rhythmusgruppe aus vier Schlagwerkern zu hören. Krach oder Geräuschmusik ist trotzdem nicht zu erwarten, vielmehr ein Spannungsbogen, dem man sich nicht entziehen kann. Larcher geht sehr präzise mit den einzelnen Stimmen und Instrumentengruppen um, mit Tempi, Modulation und Rhythmus, mit Schönheit und Dramatik. EINES ERGIBT SICH AUS DEM ANDEREN Besucherinnen und Besucher, die bei den Bregenzer Festspielen 2018 Thomas Larchers Oper Das Jagdgewehr gehört haben, kennen bereits Larchers Stil: In seinen Kompositionen ergibt sich eines aus dem anderen, sie entwickeln sich ständig fort. Sie gewinnen und halten die Aufmerksamkeit des Publikums ganz selbstverständlich, ohne heroische Motive und große Gesten. Im Mai 2020 hätten Oper und dritte Symphonie im Rahmen einer Larcher-Personale in Amsterdam gespielt werden sollen, doch über die erste Opernprobe kam das Ensemble aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht hinaus. So war es am Philharmonischen Orchester Brno unter der Leitung seines Dirigenten Dennis Russel Davies, A Line above the Sky im Februar 2021 erstmals, doch ohne Publikum, aufzuführen. Larcher lobt das tiefe Verständnis für die Komposition und die stimmige Interpretation, die Orchester und Dirigent dem Werk angedeihen ließen. Kein Zweifel bestehe für ihn auch daran, dass sich Leo McFall und das Symphonieorchester Vorarlberg der dritten Symphonie mit ähnlicher Präzision, Virtuosität und Offenheit annähern wie ihre Kollegen aus Brno. Sie machen es dem Bregenzer Publikum endlich möglich, tief in dieses neue symphonische Werk Thomas Larchers einzutauchen. 14

LEBEN, TOD UND ALLES DAZWISCHEN SILVIA COSTAS IHR SEID BEREITS EINGESCHIFFT NIMMT DAS PUBLIKUM MIT AUF EINEN UNRUHIGEN WEG VOM SEE IN DIE STADT. Es ist eine ungewöhnliche Produktion, die Silvia Costa für Bregenz kreiert: Sie lädt das Publikum zu einem künstlerischen Spaziergang am See entlang, verbindet vier Arbeiten in Festspielhaus, vorarlberg museum, Landestheater und Kunsthaus zu einem Gesamtprojekt. IHR SEID BEREITS EINGESCHIFFT Die Reise beginnt im Seestudio des Festspielhauses: Zu todessehnsüchtigen Orgelklängen der Ausnahmemusikerin Kali Malone, live gespielt von Johannes Hämmerle, entwickelt sich eine Performance. Vier Tänzerinnen bemühen sich um einen Jungen, der den Tod im Wasser gefunden hat; ein melancholisches, doch nicht hoffnungsloses Bild und als Kulisse der See, der hinter großen Glasfenstern mal ruhig, mal bedrohlich erscheint. Die zweite Station ist der Panoramaraum des vorarlberg museums: Auch hier ist der See eindrucksvolles Hintergrundbild, das Publikum verfolgt die Performance eines Mädchens, dessen Körper seltsame Veränderungen zeigt: ein Spiel um Versehrtsein und Vergänglichkeit, im berührenden Kontrast zur lebensfrohen Präsenz der Tänzerin. Die Box des Landestheaters wird Ort für eine Klanginstallation zu Aischylos’ Der gefesselte Prometheus: Prometheus hat sich den Göttern widersetzt und den Menschen das Feuer gebracht. Seine Tat wurde für Station zwei des künstlerischen Spaziergangs im Panoramaraum des vorarlberg museum die Menschheit zum Lebens- und Freiheitsquell, doch musste er grausam dafür büßen ... ein junger Mann, der fast eins scheint mit dem Raum, stellt sich der tönenden Maschinerie. Vierte Station ist das KUB Sammlungsschaufenster im Postgebäude. Hier trifft das Publikum auf je drei Generationen zweier Familien aus Vorarlberg: ein Bild für den ewigen Kreislauf des Lebens, aber auch für Liebe und Zusammenhalt. Und wiederum steht das Panorama im Mittelpunkt. Silvia Costa ist eine Künstlerin aus Treviso, die in zahlreichen Inszenierungen, Performances und Installationen eine ganz eigene, visuellpoetische Sprache entwickelt hat. Seit 2006 war sie künstlerische Mitarbeiterin von Romeo Castellucci, zeichnete u. a. mitverantwortlich für seine preisgekrönte Salome bei den Salzburger Festspielen. Am Vorarlberger Landestheater hat Costa Spiel von Samuel Beckett und Wry Smile Dry Sob inszeniert; 2021 brachte sie Regiearbeiten unter anderem am Residenztheater München und am Festival d‘Aix-en-Provence zur Premiere. IHR SEID BEREITS EINGESCHIFFT Silvia Costa 13., 14. & 15. August 2021 – 16.00 Uhr Seestudio | Festspielhaus, vorarlberg museum, Vorarlberger Landestheater, KUB Sammlungsschaufenster 15

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