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Festspielzeit Sommer 2022 - 2

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

SYMPHONIEORCHESTER

SYMPHONIEORCHESTER VORARLBERG Im Konzert unter der Leitung ihres Chefdirigenten Leo McFall begeben sich die Musikerinnen und Musiker des Symphonieorchesters Vorarlberg auf eine musikalische Russlandreise. 24

der gebürtige Brite Leo McFall den Takt vorgeben, der seine Karriere als Assistent des großen Bernard Haitink begann, mit dem Deutschen Dirigentenpreis und einem Opus Klassik ausgezeichnet wurde und dem Symphonieorchester Vorarlberg seit der Spielzeit 2020|21 als Chefdirigent vorsteht. Das Werk gehört zu den sechs späten Messen, die Joseph Haydn alljährlich zum Namenstag der Fürstengattin Maria Josepha Hermenegilda schuf. Es wurde 1799 von der Eisenstädter Hofkapelle uraufgeführt, die zu jenem Zeitpunkt noch deutlich reduziert war: Neun Jahre zuvor hatte sie der damals amtierende Fürst Anton I. Esterházy ganz aufgelöst, erst unter dessen Nachfolger Nikolaus II. wurde 1794 der alte Haydn remobilisiert, um den Klangkörper nach und nach wieder aufzubauen. Daher besticht auch die Theresienmesse durch ihren auffallend schlanken Orchesterklang. GEFEIERTER MEISTER Ganz und gar nicht schlank wird hingegen die satte Symphonik bei der Matinee ausfallen, mit der das Orchester traditionell die Bregenzer Festspiele beschließt. Abermals unter der bewährten Leitung von Chefdirigent Leo McFall steht ein ausgedehnter Streifzug durch russische Klangwelten auf dem Programm, und den Auftakt macht eine musikalische Kostbarkeit, die lange als verschollen galt: der Chant funèbre, ein Trauergesang, den Igor Strawinski 1908 für seinen just verstorbenen Lehrer und Mentor Nikolai Rimski-Korsakow komponiert hatte. Direkt nach der Uraufführung 1909 im St. Petersburger Konservatorium hatten sich die Noten scheinbar in Luft aufgelöst. 106 Takte, die 106 Jahre verschwunden blieben – bis 2015 ein kompletter Satz mit Orchesterstimmen auftauchte, der hinter vielen anderen Archivbeständen versteckt gewesen war. Ein Glücksfund, der keine Fragen offenlässt, weshalb Strawinski den Chant funèbre rückblickend einmal als sein »bestes Werk vor dem Feuervogel« bezeichnete. In seiner spätromantischen Klangästhetik gleicht es einer düsteren Prozession, bei der die einzelnen Instrumente feierlich am Grab vorbeidefilieren und dem Meister Tribut zollen. AUFWIEGLER UND SCHICKSALSBOTEN Ein weiteres Frühwerk, diesmal von Sergej Prokofjew, ist das 1917 fertiggestellte Konzert für Violine und Orchester Nr. 1. Die Idee zu dem zärtlich-zerbrechlichen Anfangsthema, das »sognando« – träumend also – zu spielen ist, hatte der Komponist bereits 1915 als verliebter 24-Jähriger. Doch im Verlauf des Werkes zieht Prokofjew ganz andere Saiten auf: Violine und Orchester stacheln sich gegenseitig hoch, katapultieren sich in schwindelnde Höhen, stürzen abgrundtief hinab und steigern sich in einen hochvirtuosen Rausch – ein Bravourstück für jeden Violinisten, und ein ganz besonderes Erlebnis in der Bregenzer Interpretation der preisgekrönten Ausnahmegeigerin Alina Pogostkina. Zu guter Letzt erklingt mit der Symphonie Nr. 5 aus dem Jahr 1888 eine der beliebtesten Kompositionen von Peter Iljitsch Tschaikowski. »Völlige Ergebung in das Schicksal oder, was dasselbe ist, in den unergründlichen Ratschluss der Vorsehung«, notierte er zum einleitenden Andante – weshalb der Volksmund auch gerne von der »Schicksalssymphonie« spricht. Die Besonderheit: ein »Schicksalsthema«, das in allen Sätzen in veränderter Gestalt wiederkehrt, um schließlich im majestätischen Finale mit großer Geste aufzutrumpfen. Ein willkommener Anlass für Leo McFall und das Symphonieorchester Vorarlberg, nochmals alle Register zu ziehen – ein würdiger Abschluss für eine facettenreiche Saison. FESTMESSE 17. Juli – 10.00 Uhr | Pfarrkirche Herz-Jesu Kirchenchor Herz-Jesu Kirchenchor Hohenems St. Karl Symphonieorchester Vorarlberg Dirigent Leo McFall Chorleitung Wolfgang Schwendinger Mit Sarah Yang, Kady Evanyshyn, Patrik Reiter und Pierpaolo Martella Joseph Haydn Theresienmesse B-Dur Hob. XXII:12 ORCHESTERKONZERT SYMPHONIEORCHESTER VORARLBERG 21. August – 11.00 Uhr | Festspielhaus Dirigent Leo McFall Violine Alina Pogostkina Igor Strawinski Chant funèbre Sergej Prokofjew Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 D-Dur op. 19 Peter I. Tschaikowski Symphonie Nr. 5 e-Moll op. 64 OPERNSTUDIO AM KORNMARKT ARMIDA Joseph Haydn Premiere 15. August 2022 – 19.30 Uhr Vorstellungen 17. & 19. August – 19.30 Uhr | Theater am Kornmarkt Das Opernstudio wird präsentiert von Mit freundlicher Unterstützung des Internationalen Gesangs- wettbewerbs NEUE STIMMEN der Liz Mohn Center gGmbH DAS KLANGFARBEN-CHAMÄLEON 25

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