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Festspielzeit Winter 2014

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

ORCHESTERKONZERTE

ORCHESTERKONZERTE Giacomo Puccini & Jacques Offenbach im Orchesterkonzert UMWEGE ZUR BÜHNE 26

Besondere Seiten der Opernkomponisten dieses Festspielsommers gibt es in den Orchesterkonzerten zu entdecken. Giacomo Puccini, dessen letzte Oper Turandot auf der Seebühne zu erleben ist, musste sich gegen die kirchenmusikalische Tradition seiner Familie stellen, als er seine Heimatstadt Lucca verließ, um am renommierten Mailänder Konservatorium zu studieren und Opernkomponist zu werden. Vier Generationen lang waren seine Vorfahren Kirchenmusiker in Lucca gewesen und auch für Giacomo war diese Karriere vorgesehen. Mit 14 Jahren saß er schon an der Kirchenorgel, 1878 schrieb er erste geistliche Werke und als 20-jähriger erlebte er die Uraufführung seiner eigenen Messe. Das groß dimensionierte Werk lässt Puccinis Leidenschaft für die Oper erkennen, wie es vor ihm Komponisten wie Gioachino Rossini oder Giuseppe Verdi in geistlichen Werken vorgemacht haben. Pragmatisch und selbstironisch griff Puccini später in seinen Opern Edgar und Manon Lescaut auf die Messe zurück. Zu seinen Lebzeiten wurde die Messe nicht mehr aufgeführt und nach seinem Tod unter dem Titel Messa di Gloria veröffentlicht. Auch der Komponist von Hoffmanns Erzählungen musste sich seinen Weg zur Bühne suchen. Bevor der gebürtige Kölner Jacques Offenbach in Paris die Operette neu erfand, machte er als virtuoser Cellist in den Salons Furore. Unzählige kleine Stücke umranken das gewaltige Solokonzert, das Offenbach selbst 1847 in Paris uraufführte. Dem militärischen Bei namen Concerto militaire wird das Konzert schon mit den anfäng lichen Paukenschlägen, vor allem aber mit dem schmetternden dritten Satz gerecht. Die fröhlichen Soldaten ­ klänge werden immer wieder von schmerzerfüllten, trauernden »Offenbach hielt das Cello in den Händen, dieses treue, dicke Instrument, das unter seinem Fingerdruck jede Erdenschwere verlor.« Tönen getrübt und weisen damit schon auf die melancholische Welt Gustav Mahlers voraus. Insgesamt überwiegt jedoch die heitere Laune am Musizieren, die auch Felix Mendelssohn Bartholdy in seiner vierten Symphonie antrieb. Geprägt ist dieses Werk von Mendelssohns Eindrücken aus Italien: »Ich verdanke dem, was nicht die eigentliche Musik ist: den Ruinen, den Bildern, der Heiterkeit der Natur am meisten die Musik«. Eine ganz andere Naturstimmung erzeugt No Night No Land No Sky des tschechischen Komponisten Miroslav Srnka, das zum ersten Mal in Österreich zu hören ist. Immer wieder schweift der Blick in die Weite, verliert sich darin und kehrt zu einem Detail zurück, als wäre der Bodensee in der Musik zu hören ... Siegfried Kracauer ORCHESTERKONZERTE Die Orchesterkonzerte werden präsentiert von 27

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