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Festspielzeit Winter 2016

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

BREGENZER FESTSPIELE

BREGENZER FESTSPIELE 2017 Hitzköpfige Liebe, jahrtausendealte Fragen und ein Leuchtturm Elisabeth Sobotka über das Programm der Bregenzer Festspiele 2017 4

Georges Bizets Carmen erzählt eine Geschichte über zwei Außenseiter, spielt in der Welt der Schmuggler, lässt einen desertierten Soldaten seine Geliebte umbringen – was macht diese Oper zu einem idealen Werk für die Seebühne? Elisabeth Sobotka: Kurz gesagt ist es die Farbenpracht des Werks. Es gibt sehr unterschiedliche Atmosphären, wie die brütende Hitze zu Beginn und die dunkle Nacht in der Schmugglerszene. Bizets Musik ist grandios und mitreißend, sie erzählt die glühende Liebesgeschichte von Carmen und Don José. Carmen fasziniert als Frau, die sich von allen Konventionen frei macht und sich das nimmt, was sie will. Das sagt sie auch selbst und drückt damit eine moderne Haltung aus. Das spanische Lokalkolorit spielt eine wichtige Rolle. Unglaublich ist die dramatische Zuspitzung am Schluss, wenn Carmens Tod mit dem Tod des Stiers in der Arena parallel erzählt wird. ELISABETH SOBOTKA Zum ersten Mal seit 1946 wird wieder eine Frau das Bühnenbild für die Seebühne entwerfen. Was zeichnet die Bühnenbildnerin Es Devlin aus, die gemeinsam mit dem Regisseur Kasper Holten Carmen in Szene setzt? Wo findet man eine Regisseurin, die das Meer teilen kann? Intendantin Elisabeth Sobotka hat sich für die Bregenzer Festspiele 2017 auf die Suche gemacht. Es Devlin zeichnet aus, dass sie sehr große Bühnenräume und -bauten entwerfen und damit auch in großen Stadien Atmosphären schaffen kann. Gleichzeitig ist sie auch in der Lage, kleine zwischenmenschliche Beziehungen in einen großen Rahmen zu übersetzen, was auf der Seebühne notwendig ist. Carmen ist dazu ein Stück, das sie persönlich besonders interessiert und dessen Umsetzung für die Seebühne sie sehr inspiriert hat. Gibt es eine inhaltliche Verbindung zwischen Carmen auf der Seebühne und Moses in Ägypten im Festspielhaus? 5 In beiden Werken gibt es eine fest umrissene, ausgegrenzte Gruppe. Bei Carmen sind es die Schmuggler, die auf nicht legale Weise ihr Geld verdienen und dadurch aufeinander eingeschworen sind. Bei Moses in Ägypten werden die Israeliten als Sklaven in einem fremden Land gehalten. Es geht in beiden Opern auch um die Fragen »Was ist Heimat?« und »Wie sehr ist man mit dem Ort verwurzelt?«. Don José in Carmen wird von den Schmugglern belächelt, weil er zu seiner Mutter möchte und sich nach seiner Heimat sehnt, dem spanischen Baskenland, wo man angeblich etwas spießig und gesetzt ist. Auch die Fragen, was ein Mensch braucht, um Heimat zu empfinden und welche Dynamiken zwischen verschiedenen gesellschaftlichen

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