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Festspielzeit Winter 2016

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

BREGENZER FESTSPIELE

BREGENZER FESTSPIELE 2017 Gruppen stattfinden, spielen eine Rolle. Bei Carmen sind es die Schmuggler, die Ausgegrenzten gegen die Soldaten, der Stier gegen das Publikum, um es ganz groß zu sagen. Wie findet man wo seinen Platz? Muss man wegziehen, wenn man ihn nicht findet? Das israelische Volk in Moses in Ägypten ist auf der Suche nach Heimat und flieht aus dem Land. Wie lassen sich die Plagen und die Spaltung des Roten Meeres in Moses in Ägypten auf der Bühne darstellen? Dies ist mit ein Grund, warum ich dieses Werk für das Festspielhaus und für die Festspiele ausgesucht habe – weil diese Oper eine ganz besondere Herausforderung ist. Man braucht dazu einerseits einen Regisseur oder eine Regisseurin, der oder die ein bisschen verrückt ist, um sich auf dieses Stück einzulassen, und andererseits besondere Möglichkeiten, um es zu erarbeiten. Die niederländische Regisseurin Lotte de Beer und ich haben einen ganz anderen Ansatz gesucht, damit uns nicht passiert, worüber man nach der Uraufführung gespottet hat, nämlich dass die Spaltung des Roten Meeres nicht gut dargestellt worden sei. Ich denke, wir haben eine besondere Idee gefunden, die großen Ereignisse, wozu ich auch den Gang durch das Rote Meer zähle, durch das niederländische Theaterkollektiv Hotel Modern verwirklichen zu lassen. Sie arbeiten mit Puppen und Objekten, die per Video übertragen werden und sich so mit den Handlungen der Opernsänger verbinden. die Situation im Nahen Osten bis heute ungelöst ist. Ich denke nicht, dass man eine Oper mit einem historischen Blick zurück allein stehen lassen sollte. Deshalb freue ich mich besonders, dass es uns gelungen ist, das Maxim Gorki Theater mit dem Stück The Situation nach Bregenz zu holen. Was mich selbst bei der Beschäftigung mit diesem Thema so verblüfft hat, möchte ich gern den Menschen hier zeigen. Es sind Themen, die uns seit Tausenden von Jahren nicht verlassen haben. Das ist unglaublich. Nun gehen Yael Ronen und ihr Ensemble ganz anders als Gioachino Rossini damit um, aber das Wunder Theater funktioniert auf beide Weisen. The Situation lässt uns mit heutigen Bildern, Gedanken, Zweifeln zurück, wie das die Oper auf andere Art auch tut. Eine weitere Verbindung im Programm ist, dass wir Hotel Modern gebeten haben, seine Kurzversion von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen zu präsentieren. Dies passt großartig zu unserem zweiten Orchesterkonzert, in dem Philippe Jordan den ersten Akt von Die Walküre dirigieren wird. Gleichzeitig kann Hotel Modern hier auch eine weitere Arbeit zeigen. Derartige Verflechtungen ziehen sich durch das ganze Programm: In den Orchesterkonzerten taucht immer wieder französische und spanische Musik auf, was Bezug auf Carmen nimmt. Auf der Werkstattbühne gibt es die Uraufführung einer zeitgenössischen Oper … auch das Publikum den Prozess zu dieser Uraufführung nachvollziehen kann. Dieses Projekt liegt mir besonders am Herzen, weil es den Weg beschreibt, wie es zu dieser Oper kam. Die Inszenierung entsteht in Kooperation mit dem Kunsthaus Bregenz, was mich besonders freut, weil sich mit Jakob Kolding ein bildender Künstler darauf eingelassen hat, darüber nachzudenken, was eine Oper heute können soll und möchte. Ich freue mich sehr, dass dieses Werk nun zur Uraufführung kommen wird. Wenn Elisabeth Sobotka nicht Intendantin, sondern Besucherin der Bregenzer Festspiele wäre, wie würde sie hier drei Tage verbringen? Alle Vorstellungen, die in den drei Tagen gespielt werden, besuchen und in der freien Zeit würde ich mir die Museen anschauen, im Bregenzerwald wandern gehen, mit einem Boot auf den See fahren, gut essen gehen … Die Fragen stellte Olaf A. Schmitt. Im Programm dieser Festspiele finden sich mehrere Verbindungen verschiedener Themen und Künstler. Welche dieser inhaltlichen Fäden sind besonders wichtig? Besonders am Herzen liegt mir der Faden, der sich darum spinnt, dass … ein Stück, das uns nun schon zwei Jahre begleitet, das von Künstlern entwickelt wurde, die in unserem Opernatelier »wohnen« und an der Vertonung von Virginia Woolfs To the Lighthouse arbeiten. Dieses Werk wird nun fertiggestellt. Auf dem Weg zur Uraufführung haben wir noch drei Einblicke, bei denen 6

»Die Liebe ist ein widerspenstiger Vogel, den keiner zähmen kann, und man ruft ihn vergebens, wenn es ihm nicht zu kommen beliebt.« 7 »CARMEN«, ERSTER AKT

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