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Festspielzeit Winter 2018

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SPIEL AUF DEM SEE

SPIEL AUF DEM SEE Giuseppe Fortunino Francesco Verdi (1813-1901), Fotografie um 1854 – etwa zur Entstehungszeit von Rigoletto der Opernbühnen seiner Zeit. Mit dieser eigenwilligen Kombination fasst er die ästhetischen Vorstellungen des französischen Dichters Victor Hugo in Musik. Dieser hatte 1827 eine neue Form der Dichtkunst verkündet: »Die Dichtung macht es jetzt wie die Natur:«, schrieb er, »sie gesellt – ohne jedoch die Unterschiede zu verwischen – den Schatten zum Licht, das Groteske »Le roi s’amuse durchfuhr mich wie ein Blitz, wie eine plötzliche Erleuchtung.« giuseppe verdi in einem brief an cesare de sanctis, 1850 zum Erhabenen, mit anderen Worten: den Körper zur Seele, das Animalische zum Geist. […] Alles gehört zusammen. […] Das neue Modell ist das Groteske; die neue Form die Komödie.« Hugo hatte seine Ideale unter anderem in dem Theaterstück verwirklicht, das Verdi für den Kompositionsauftrag des Teatro La Fenice in Venedig 1851 auswählte: Le roi s’amuse (Der König amüsiert sich). 1832 wurde es in Paris uraufgeführt und schon wenige Tage später verboten. Dennoch bat Verdi knapp zwanzig Jahre später seinen Librettisten Francesco Maria Piave um die Klärung der rechtlichen Situation, doch die Genehmigung ließ auf sich warten. Im Dezember 1850 teilte der Intendant dem Komponisten mit, dass »das Sujet trotz aller Bemühungen der Intendanz und des Theaters strikt abgelehnt wird, auch wenn irgendeine Säuberung vorgeschlagen würde«. Die Ausschweifungen des französischen Königs und die Tragödie seines Hofnarren durften weiterhin nicht auf der Bühne gezeigt werden. Verdi ließ nicht locker, denn die ästhetischen Vorstellungen des Dramatikers Victor Hugo beflügelten seine Fantasie. 14

Mit viel Mühe und zahlreichen Briefen gelang es Verdi tatsächlich, nach mehreren Kompromissen die Genehmigung für die Vertonung zu erhalten, obwohl das Theaterstück bis 1882 verboten blieb. Aus dem französischen König wurde der Herzog von Mantua, weitere Namen von realen Personen wurden geändert, die Handlung ins 16. Jahrhundert verlegt. Als während des Umarbeitungsprozesses selbst der Fluch in Frage gestellt wurde, reagierte Verdi mit klaren Worten: »Ohne diesen Fluch, welchen Zweck, welche Bedeutung hat das Drama noch?« Immer wieder plagt Rigoletto der Fluch, den Graf Monterone über den Herzog und seinen Narren ausgesprochen hatte, nachdem seine Tochter geschändet wurde. Als Rigoletto erfährt, dass auch seine Tochter Gilda in die Fänge des Herzogs geraten ist, verspricht er, auch Monterone zu rächen. Zum weiteren Streitpunkt mit der Zensurbehörde wurde der Sack, in dem Rigoletto am Ende der Oper die Leiche durch den Mörder Sparafucile ausgehändigt bekommt. Piave strich den Sack aus seinem Libretto, was Verdi erzürnt ablehnte: »Ich verstehe nicht, warum man den Sack weggenommen hat! Was geht die Polizei der Sack an? Hat sie Angst vor der Wirkung?« Der Sack blieb. Verdi setzte sich an dieser Stelle durch, musste aber auf den ursprünglich geplanten Titel der Oper verzichten: La maledizione (Der Fluch). Musikalisch hob Verdi die Stellen, an denen der Fluch thematisiert wird, besonders hervor. Am Ende der Oper verband er Gildas in selige Höhen schweifende Worte mit Rigolettos Erkenntnis, dem Fluch nicht entkommen zu können. Das Groteske gesellt sich so zum Erhabenen, ganz wie es Victor Hugo formuliert hat. Mit diesem grandiosen Kunstgriff rührt und überwältigt Verdis Musik noch heute. SPIEL AUF DEM SEE RIGOLETTO Giuseppe Verdi Musikalische Leitung Enrique Mazzola, Jordan de Souza Inszenierung Philipp Stölzl Bühne Philipp Stölzl, Heike Vollmer Kostüme Kathi Maurer Mitarbeit Regie Philipp Krenn Dramaturgie Olaf A. Schmitt Premiere 17. Juli 2019 – 21.15 Uhr Vorstellungen siehe Spielplan in der Heftmitte Preise siehe Seite 43 Einführungsvorträge jeweils um 19.00 & 19.30 Uhr PARTNER | RIGOLETTO DIE SYMPHONIE DER SCHWEIZER BERGKRÄUTER FÜR UNGESTÖRTEN KULTURGENUSS Menthol beziehungsweise Salbeiöl, welche zur Beruhigung des Halses beitragen. Somit sind diese Kräuterbonbons wohltuend für Hals und Stimme und vor, auf und hinter der Bühne ein idealer Begleiter. Schweizer Bergwelt. Und erst, wenn sie den höchstmöglichen Gehalt ihrer wertvollen Inhaltsstoffe erreicht haben, werden sie sorgfältig geerntet. Nur so überträgt sich die Stille bis auf die Seebühne. Bereits seit fünf Jahren bilden Ricola und die Bregenzer Festspiele eine wohltuende Symbiose: Beide legen Wert auf höchste Qualität und wollen allen Besuchern ein unvergessliches und vor allem ungestörtes Opernerlebnis ermöglichen. Varianten wie Kräuter Original oder Honig Alpen Salbei enthalten beispielsweise Auch die neueste Variante Ricola Echinacea Honig Zitrone leistet ab sofort einen natürlichen Beitrag für einen ungestörten Konzertgenuss. 13 natürliche Schweizer Bergkräu- ter vereinen sich mit aromatischem Fairtrade-Honig, erfrischender Zitrone und wertvoller Echinacea zu einer wohltuenden und unverwechselbaren Geschmackskomposition. Die Ricola Kräuter gedeihen in aller Stille in fünf Regionen der Erfahren Sie mehr über Ricola und den Kräuteranbau auf ricola.de. 15

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