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Festspielzeit Winter 2018

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele!

BREGENZER FESTSPIELE

BREGENZER FESTSPIELE szene immer begeistert. Jules Massenet hat im Gegensatz zum Roman auch eine tragische Liebesgeschichte eingebaut. Das Festspielhaus ist der ideale Ort dafür. Außerdem ist es eine ganz besondere Rolle für einen Bassbariton. Mit Gábor Bretz, der im Sommer in Salzburg sehr ins Rampenlicht gerückt ist, haben wir einen großartigen Sänger-Darsteller für diese anspruchsvolle Rolle. Mit der Theaterfassung von Don Quijote nehmen Sie auch die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater Berlin wieder auf. Das Programm der Festspiele wieder um Schauspiel zu ergänzen, war ein großer Wunsch von mir. Im ersten Gespräch mit Intendant Ulrich Khuon durfte ich einen Wunsch äußern, der prompt erfüllt wurde. Mit Ulrich Matthes als Don Quijote und Wolfram Koch als Sancho Panza stehen zwei der ganz großen deutschen Schauspieler auf der Bühne. Jan Bosse inszeniert. Für mich ist das wie ein Geschenk. Die Bregenzer Festspiele bespielen ja ganz unterschiedliche Bühnen: die Seebühne, den Großen Saal im Festspielhaus und die Werkstattbühne. Welche Rolle spielen diese drei Spielorte für Sie? Die Verschiedenheit dieser Spielorte ist ein Glücksfall. Es gibt wohl keinen anderen Platz auf der Welt, wo man drei so unterschiedliche Spielorte unmittelbar nebeneinander hat. Daraus entsteht eine starke Energie. Für die Seebühne spielt die Natur eine wichtige Rolle. In diese schöne Bucht, wo das Wasser glänzt und die Landschaft prächtig ist, muss man ein kraftvolles Statement setzen, das bei Tag als Skulptur und am Abend als Bühnenbild perfekt funktioniert. Das Festspielhaus ist eine klassische Guckkastenbühne, das ist der Ort für große Oper. Die Werkstattbühne ist ein wunderbarer Raum für zeitgenössisches Musiktheater. Da heißt es, den Raum im besten Sinn öffnen. Auf der Werkstattbühne zeigen Sie im kommenden Jahr Schnitzlers Reigen – ein bekannter Stoff, vom österreichischen Komponisten Bernhard Lang neu interpretiert. Als Koproduktion mit der Neuen Oper Wien präsentieren wir die österreichische Erstaufführung von Bernhard Langs Musiktheater. Der Reigen thematisiert, wie Rigoletto auch, emotionale und sexuelle Abhängigkeiten. Es gibt einen gewissen Zusammenhang. Rigoletto hat seine Tochter eingesperrt, offiziell aus Angst, dass die unschuldige junge Frau auf Abwege gerät. Er erzeugt dadurch aber nur noch mehr Gier nach Leben und nach dem anderen Geschlecht. Auch Der Reigen dreht sich ganz um das Spannungsfeld zwischen Mann und Frau und deren Positionierung in der Gesellschaft. Die Opernstudioproduktion setzt sich mit einem auf andere Weise gescheiterten Lebensentwurf auseinander. Eugen Onegin erkennt zu spät, dass er für seine Freiheit eine lebendige Beziehung geopfert hat. Dieses Stück ist eine große Herausforderung für junge Sänger und gerade dadurch glauben wir, dass eine besonders intensive Erzählweise möglich wird. In der Uraufführung Wunderwandelwelt, unserer letzten Premiere auf der Werkstattbühne, wird der russische Faden aufgenommen und weitergesponnen. Der französische Komponist François Sarhan ist ein Multitalent, schreibt und inszeniert, und entführt uns in eine Musiktheater-Installation, die neben vielen anderen Quellen auch von der russischen Avantgarde inspiriert ist. Das wird eine ganz besondere Uraufführung. Wie entsteht ein so dichtes Programm? Das Programm entwickelt sich aus der Auseinandersetzung mit Stücken, die ich gerne zeigen möchte und Künstlern, mit denen ich gern zusammenarbeiten möchte. Jedes Stück kann alleine stehen und funktioniert für sich, aber es gibt immer wieder Zusammenhänge. Das Ergebnis ist wie ein schillernder Stoff, in dem unterschiedliche Farben, Texturen und Muster zusammenkommen und letztlich doch eine Einheit bilden. Noch eine persönliche Frage ganz zum Schluss: Wenn Elisabeth Sobotka nicht Intendantin, sondern Besucherin wäre: An welchen drei Tagen würden Sie im nächsten Sommer nach Bregenz kommen? (lacht) Hmmm. Drei Tage sind eindeutig zu wenig. Ich würde gleich zu Beginn zur Premiere von Rigoletto und den beiden Don-Quijote-Inszenierungen kommen. Und dann gegen Ende der Festspielzeit zu den zeitgenössischen Produktionen auf der Werkstattbühne und Eugen Onegin. Also mindestens zweimal drei Tage ... 6

»Das Festspielprogramm ist wie ein schillernder Stoff, in dem unterschiedliche Farben, Texturen und Muster zusammenkommen und letztlich doch eine Einheit bilden.« elisabeth sobotka

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