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Festspielzeit Winter 2020

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

STÜCK FÜR STÜCK ZUM

STÜCK FÜR STÜCK ZUM HOFNARREN PARTNER DER BREGENZER FESTSPIELE BEREITS SEIT DEM JAHR 2000 IST LIEBHERR AM BAU DER SEEBÜHNE BETEILIGT. DER RAHMEN REICHTE DABEI VON EINER TRAGENDEN ROLLE Das Highlight aus Sicht des Kranherstellers fand in den Jahren 2009/10 beim Spiel auf dem See Aida statt: Zwei Turmdrehkrane waren über den reinen Kulissenaufbau hinaus sogar aktiv in die Handlung integriert. Sie hoben bis zu zwölf Tonnen schwere Teile des Gesichts einer Freiheitsstatue aus dem Wasser und führten diese vor den Augen der Zuschauer zu einem Ganzen zusammen. Nicht nur die Funktion der beiden Krane war Teil der Handlung, auch deren Umrisse gehörten zur Inszenierung: Türme und Ausleger rahmten die weltweit größte Opern-Freilichtbühne sowie den nächtlichen Himmel über dem Bodensee ein. SCHEINBARE NARRENFREIHEIT Auch für die Bühne Rigolettos, der verflucht wird und seiner Tochter Gilda beim Sterben zusehen muss, wurden in Bregenz wieder viele Tonnen Material von A nach B gehoben. Allein der gewaltige Clownkopf von 13,5 Metern Höhe bringt komplett zusammengesetzt 35 Tonnen Eigengewicht auf die Waage. Für den Aufbau geht man bei den Bregenzer Festspielen mehr und mehr dazu über, die Bühnenelemente in möglichst BIS HIN ZU SCHEINBARER NARRENFREIHEIT. Mit Liebherr-Turmdrehkranen entstehen auf der Seebühne beeindruckende Bühnenbilder. großen Teilen an Land vorzufertigen, um diese dann per Schiff an der Seebühne anzuliefern. Die einzelnen Lasten werden also immer schwerer und das Gewicht der größten Bühnenteile wird immer mehr auf die maximale Tragfähigkeit des Liebherr-Turmdrehkrans abgestimmt. In dieser Festspielsaison handelte es sich hierbei um einen Flat-Top-Kran 150 EC-B mit acht Tonnen maximaler Traglast, sodass die schwersten Bühnenteile für Giuseppe Verdis Rigoletto entsprechend knapp acht Tonnen auf die Waage bringen. GEMEINSAM IN SZENE GESETZT Bei diesen Einsätzen ist Verlässlichkeit unumgänglich, gegenseitiges Vertrauen entsteht. Beides verbindet Liebherr seit nunmehr 19 Jahren mit den Verantwortlichen der Seebühne Bregenz. Nach der Festspielsaison 2021 werden die Liebherr-Turmdrehkrane Rigolettos Bühne wieder abbauen und Platz für Madame Butterfly machen, die im darauffolgenden Jahr auf der Seebühne Bregenz zu erleben sein wird. 22

NERO – BERÜHMT UND BERÜCHTIGT Die Welt kennt ihn bis heute als Tyrannen, er selbst sah sich als Künstler: der römische Kaiser Nero. In seiner gleichnamigen Oper zeigt ihn Arrigo Boito als zerrissene Figur zwischen schillernder Kreativität und zerstörerischem Wahn. Eine der berüchtigtsten historischen Figuren kommt auf die Bühne des Festspielhauses: der römische Kaiser Nero. In Arrigo Boitos opulenter Oper tritt er als schillernde Gestalt auf. Die spektakuläre Selbstinszenierung seiner Macht steht in Kontrast zu den Gewissensplagen nach dem Mord an seiner Mutter. Als unterschiedliche Pole werden zusätzlich die düsteren Rituale des heidnischen Magiers Simon Mago und die verklärende Reinheit des aufkommenden Christentums dargestellt, wofür der Prophet Fanuèl steht. Ihn liebt die Vestalin Rubria, die sich selbst zwischen zwei Glaubensrichtungen sieht. Mithilfe der in Nero verliebten Asteria inszeniert Simon Mago die Erscheinung einer Göttin der Nacht, um den Kaiser gefügig zu machen. Nero entlarvt jedoch den Zauber und verkündet das Ende der Götter. Als Künstler, als göttlicher Poet lässt er sich feiern und entfacht ein großes Spektakel, auch als Rom bereits in Flammen aufgegangen ist. Dieses Werk, mit dessen Vollendung Boito seit 1862 mehrere Jahrzehnte rang, entwickelte sich für ihn zur Lebensaufgabe. Erst nach seinem Tod wurde es unter der Leitung des Dirigenten Arturo Toscanini in eine spielbare Fassung gebracht und 1924 an der Mailänder Scala uraufgeführt. Boitos Libretti, unter anderem für Giuseppe Verdis Otello und Falstaff, zählen zu den herausragenden Schöpfungen der Operngeschichte. Er verfasste auch das Textbuch zu Franco Faccios Oper Hamlet, die 2016 bei den Bregenzer Festspielen zu erleben war. Das Regieteam dieser gefeierten Wiederentdeckung widmet sich nun auch der Neuinszenierung von Boitos Nero (Nerone): Als leidenschaftlicher Vermittler inszeniert Olivier Tambosi dieses faszinierend vielschichtige Werk im Team mit dem Bühnenbildner Frank Philipp Schlössmann und der Kostümbildnerin Gesine Völlm. Musikalisch wird die Aufführung von Dirk Kaftan geleitet, der 2016 bei den Bregenzer Festspielen debütierte. OPER IM FESTSPIELHAUS NERO Arrigo Boito Tragödie in vier Akten (1924) | Libretto vom Komponisten | In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Musikalische Leitung Dirk Kaftan Insze nie rung Olivier Tambosi Bühne Frank Philipp Schlössmann Kostüme Gesine Völlm Licht Davy Cunningham Prager Philharmonischer Chor Wiener Symphoniker Premiere 21. Juli 2021 – 19.30 Uhr Vorstellungen 25. Juli – 11.00 Uhr 2. August – 19.30 Uhr | Festspielhaus OPER IM FESTSPIELHAUS 23

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