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Festspielzeit Winter 2021

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WIENER

WIENER SYMPHONIKER

ARBEIT, DIE DER SEELE Den Pfänder rauf und runter schafft Stefan Gottfried Tomaschitz in eineinhalb Stunden. Zügig wie den Berg steigt das jüngste Mitglied der Wiener Symphoniker auch die Karriereleiter hoch. WOHLTUT Seit drei Jahren ist der 1994 geborene Steirer Erster Flötist der Wiener Symphoniker und hat damit sein Traumziel erreicht. Als Student an der Kunstuniversität Graz habe er die Symphoniker zum ersten Mal gehört, erzählt Stefan Tomaschitz, »sie haben die Vierte von Tschaikowski gespielt, ich war vollkommen hin und weg.« Für den begeisterten jungen Mann stand fest: »Da muss ich hin.« Drei Anläufe habe er gebraucht, um ins Orchester aufgenommen zu werden. Zwei Mal habe er sich für die Stelle der Zweiten Flöte, ein Mal für die Soloflöte beworben, beim dritten Mal habe es dann geklappt. Die Liebe zur Flöte entdeckte Stefan Tomaschitz schon als Bub: »Meine Mutter hat mich in die Musikschule nach Leoben geschickt. Dort hab' ich zuerst Blockflöte gelernt, bin aber schnell auf Querflöte umgestiegen, weil ich zur örtlichen Blasmusik wollte, wo mein Opa Kapellmeister war.« Seine Lehrerin sah das Talent des Buben, riet ihm, bei »prima la musica« mitzumachen. Der Jugendliche gewann nicht nur den Wettbewerb, sondern auch das Wohlwollen des Jurymitglieds Nils-Thilo Krämer. »Professor Krämer wollte mich in seiner Klasse haben und auf eine Musikerkarriere vorbereiten.« Für den Vorbereitungslehrgang an der Kunstuniversität Graz war der 15-jährige Stefan zu jung, er wurde aber in den Hochbegabtenlehrgang aufgenommen. Zuerst galt es aber noch, Klavier zu lernen. Denn die Jury hatte die Handhaltung des Flötisten bemängelt und gemeint, mit mehr Klavierspiel würde sich das von selbst geben. »Als Teenager habe ich mich natürlich nicht getraut zuzugeben, dass ich gar nicht Klavier spielen kann«, erinnert sich Stefan Tomaschitz, »also habe ich schnell und gern Klavier gelernt.« Ein weiteres Geständnis folgt: »Bis 16 war ich etwas übefaul.« Er hatte ja noch anderes zu tun. Schwimmwettbewerbe zu absolvieren, beispielsweise. Oder sich mit Physik und Chemie zu beschäftigen. Bis zur Matura habe er nicht gewusst, ob er sich für die Musik oder die Wissenschaft entscheiden würde, erzählt der Flötist. Die Zweifel wurden durch die Realität an der Uni verstärkt. »Bei meiner Zulassungsprüfung wurden von 70 Bewerberinnen und Bewerbern STEFAN GOTTFRIED TOMASCHITZ 35

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