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Festspielzeit Winter 2021

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

WIENER SYMPHONIKER nur

WIENER SYMPHONIKER nur vier aufgenommen.« Als Sicherheitsnetz habe er deshalb noch Biomedical Engineering studiert. Sein Ziel stand fest: »Wenn ich bis 26 keinen fixen Posten in einem Orchester habe, wechsle ich zur Medizin.« Denn ganz so einfach sei es in Österreich nicht, als Flötist eine Anstellung zu bekommen: »In Österreich gibt es nur wenige Orchesterstellen für Flöte, die werden quasi auf Lebenszeit vergeben und erst mit der Pensionierung frei.« Die Fixanstellung klappte für Stefan Tomaschitz bereits mit 24 Jahren, seit Kurzem ist das Musikerleben auch noch durch einen Lehrauftrag an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien abgesichert. Sein langjähriger Lehrer Erwin Klambauer ist nun sein Kollege als Erster Flötist. »Es ist wunderbar, dass aus dem Lehrer-Schüler-Verhältnis eine Freundschaft wurde«, freut sich Tomaschitz. MUSIKERALLTAG Wie sieht sein Musikeralltag aus? »Wir proben vormittags und nachmittags. Wenn eine Abendaufführung auf dem Programm steht, nur eine Probe.« Dazu kommt alle zwei Monate eine zweiwöchige Tournee. Da er sich die Arbeit mit Erwin Klambauer teilen könne, bleibe aber Zeit für die Arbeit an der Uni. Befragt nach seiner bevorzugten Literatur, mag sich der Flötist nicht entscheiden. »Irrsinnig gerne mag ich Haydn, auch Brahms und Dvořák, Beethoven liebe ich heiß. Eigentlich spiele ich alles irrsinnig gern.« Auch Zeitgenössisches? »Ja, obwohl ich noch nicht so viel Erfahrung habe. Zeitgenössische Kompositionen sind eine große Herausforderung für den Perfektionisten in mir. Die moderne Literatur erfordert neue Spieltechniken, Sondergriffe. Man hat Effektklänge dabei mit besonderen Arten von Zungenstößen. Diese Techniken wechseln sich sehr schnell mit komplizierten Rhythmen ab. Das will gut geübt sein.« Bei den drei Orchesterkonzerten der Bregenzer Festspiele 2022 werden die Wiener Symphoniker Bekanntes und Entdeckenswertes darbieten: Ludwig van Beethoven, Richard Wagner, ein russischer Schwerpunkt unter anderem mit Peter I. Tschaikowski und Dmitri Schostakowitsch, ein Stück der zeitgenössischen japanischen Komponistin Malika Kishino stehen auf dem Programm. REGENERATION IN BREGENZ Ab 11. Juli sind die Symphoniker für sechs Wochen in Bregenz. »Das bedeutet quasi eine Übersiedlung von Wien«, sagt Stefan Tomaschitz und freut sich auf seine Ferienwohnung »bei einer wunderbaren Familie am Pfänderhang«. Gleich hinter dem Haus geht der Weg hinauf auf den Pfänder. Am Morgen schon heißt es für ihn »den Pfänder rauf und runter, rein in den See«, dann geht’s zur Probe. An freien Tagen genießt der Naturliebhaber die Wald- und Berglandschaft Vorarlbergs. Abend für Abend werden die Wiener Symphoniker Madame Butterfly durch ihr Lieben und Leiden begleiten. Die Geschichte der Butterfly ist für den jungen Musiker »die Tragödie pur«. Anders als in Opernhäusern spielt das Orchester in Bregenz nicht im Orchestergraben, sondern ein gutes Stück entfernt von der Seebühne, im Festspielhaus. Das für Bregenz entwickelte und in den letzten Jahren erweiterte Tonsystem Bregenz Open Acoustics (BOA 2.0) überwindet die Distanz, ermöglicht dem Publikum ein Hörerlebnis wie in einem Raum. Und dem Orchester »eine privilegierte Arbeitssituation«, sagt Tomaschitz: »Wir sitzen im Haus, sind nicht dem Wetter ausgesetzt.« Er lobt die ausgefeilte Technologie, »die uns ganz normal spielen lässt«, vermisst aber ein bisschen »das Gefühl, das sich einstellt, wenn man die direkte Reaktion des Publikums spürt«. Das Gastspiel in Bregenz ist für den Berg- und Wassersportler »einerseits schöne Arbeit, andererseits Regeneration für Körper und Seele«. Die Wochen am Bodensee lassen das Orchester zusammenwachsen. »Viele bringen ihre Familie mit, der Betriebsrat organisiert gemeinsame Ausflüge. Man kennt die Familienmitglieder der Kolleginnen und Kollegen. Das ist sehr selten in einem Orchester.« 36

VIELFÄLTIG UND GANZ PERSÖNLICH Im Festspielsommer 2022 bringen die Wiener Symphoniker persönliche Lieblingswerke an den Bodensee und setzen ein Zeichen für den Nachwuchs. ORCHESTERKONZERTE In der neu ins Leben gerufenen Orchesterakademie arbeiten Musikerinnen und Musiker im Alter zwischen 17 und 27 mit dem Chefdirigenten der Wiener Symphoniker, Andrés Orozco-Estrada, an ihrem ersten gemeinsamen Konzert. Und sie haben sich für die Aufführung am 14. August im Festspielhaus viel vorgenommen: Hector Berlioz' psychodelische und träumende Symphonie fantastique hat knapp 200 Jahre nach der Uraufführung nichts von ihrer betörenden Strahlkraft eingebüßt. Mit der Orchesterakademie setzen die Bregenzer Festspiele zusammen mit den Wiener Symphonikern und dem Vorarlberger Landeskonservatorium ein wichtiges Zeichen: Der Bodensee wird zur Heimat für unseren künstlerischen Nachwuchs. WIENER SYMPHONIKER GANZ PERSÖNLICH An drei Samstagen im Festspielsommer präsentieren Mitglieder der Wiener Symphoniker in wechselnden Kammermusik-Besetzungen ihre Lieblingskompositionen. Ohne Frack, ganz nah und anders, ganz persönlich. Den Auftakt am 30. Juli macht das Umia Quartett mit Werken von Joseph Haydn, Anton von Webern und Phillip Glass. Die Musiker von SymphonikerBlås präsentieren am 6. August Modest Mussorgskis Bilder einer Ausstellung, arrangiert für Blechbläserensemble und Schlagwerk. Zum Abschluss der Reihe lädt das vierköpfige Ensemble ViennEssence am 13. August zum Zuhören ins Seestudio. ORCHESTERKONZERTE AUF RUSSLAND-REISE Wie gewohnt sind die Wiener Symphoniker außerdem in drei Orchesterkonzerten zu erleben, die diesen Sommer Klangwelten aus Ost und West verbinden. Auch das Konzert des Symphonieorchester Vorarlberg – traditionell am letzten Festspiel-Sonntag, geleitet von Chefdirigent Leo McFall – führt auf Russland-Reise, zum Schauplatz der Oper im Festspielhaus. Eine Übersicht zum Programm der Orchesterkonzerte finden Sie in der Heftmitte. Die Orchesterkonzerte werden präsentiert von 37

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