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Festspielzeit Winter 2021

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Das Magazin der Bregenzer Festspiele

BREGENZER FESTSPIELE

BREGENZER FESTSPIELE 2022

ALLE MÖGLICHKEITEN DES MUSIKTHEATERS AUSLOTEN Von der großen italienischen Oper bis zur zeitgenössischen Stückentwicklung: Intendantin Elisabeth Sobotka über das Programm der Bregenzer Festspiele 2022 ÜBER DAS PROGRAMM Mit »sehr, sehr glücklich« beschreibt Elisabeth Sobotka ihr Gefühl beim Blick zurück auf die Festspiele 2021, auf denen im zweiten Corona-Jahr eine so große Anspannung gelegen hatte: Würde das Publikum kommen? Die riesige Tribüne mit voller Kapazität von fast 7.000 Plätzen wieder füllen? Und drinnen, im Festspielhaus? Schließlich kann sich die Intendantin über 98 Prozent Gesamtauslastung freuen: »ein kleines Wunder«. Wie ist es nun, nach diesem Erfolg die spektakuläre Rigoletto-Inszenierung nochmal toppen zu müssen? »Das Gute ist, dass unsere künstlerischen Teams nicht auf die Vorgänger am See schauen, sondern alle mit der Frage beginnen: Wie können wir ›unser‹ Stück an diesem einmaligen Ort umsetzen? Daraus entstehen ganz unterschiedliche Zugriffe auf die Werke. Die Inszenierungen folgen ja keiner Linie, zum Beispiel immer mehr Bewegung oder immer mehr Video, sondern wählen ihre Mittel dem Stück entsprechend. So hat Philipp Stölzl für Rigoletto mit Verdis stark rhythmisierter Musik ein unglaublich passendes Bühnenbild und eine Regie entwickelt, die aus der Bewegung und aus diesem Rhythmus lebt. Puccinis Madame Butterfly hat eine ganz andere Struktur, ist elegisch, mit einem breiten Orchestersound, die Geschichte wird langsamer erzählt, die großen Emotionen sehr genau verhandelt ... Daraus wird sich ganz selbstverständlich eine eigene Sicht ergeben.« Außerdem gelte der Erfolgsdruck nicht so sehr der einzelnen Produktion als dem Zusammenspiel aller Werke im Gesamtkonzept der Festspiele: »So ein Programm entsteht wie ein Gewebe: Man überlegt, tauscht sich aus, spricht mit Kollegen und Künstlern«, beschreibt die Intendantin den Prozess. »Entscheidend ist für mich, dass ich ein künstlerisches Team für ein Stück finde, das sich damit in der Tiefe auseinandersetzt und das interessant und spannend umsetzt.« VERBINDUNGEN VOM SEE INS FESTSPIELHAUS 5 Madame Butterfly, die Andreas Homoki auf der Seebühne inszenieren wird, wie auch die Oper im Festspielhaus – Umberto Giordanos Sibirien – sind um 1900 entstanden: Beide Opern erzählen Geschichten, die in der Realität verwurzelt sind, beide haben komplexe Orchesterpartituren, die spezielle musikalische Charaktere – bei Puccini Japanisches, bei Giordano Russisches – verarbeiten. »Und beide Libretti stammen von Luigi Illica«, ergänzt Sobotka. Dass Giordanos Sibirien sogar anstelle von Puccinis verschobener Butterfly uraufgeführt worden ist, stellte sich erst bei der Vorbereitung heraus. »Wir hatten Sibirien schon länger im Auge, weil es ein ganz spezielles Stück ist: eine große italienische Gesangsoper, die aber mit russischem Hintergrund aus dem Verismo ihrer Zeit herausragt. Sie erinnert ein bisschen an Manon Lescaut, die im Straflager, einem sibirischen Gulag landet. Beim Titel Sibirien denkt man ja nicht gleich an glutvolle italienische Musik, doch es ist natürlich auch eine Reverenz an Giordanos André Chenier, unser Spiel auf dem See 2011|12. Beide Stücke sind bei uns miteinander gereift, so ist logisch, dass wir sie gleichzeitig zeigen und sie sich gegenseitig bespiegeln können.«

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