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BESETZUNG WIND In

BESETZUNG WIND In »süßen Schlummer« verfällt ein Mann und wandelt fortan durch einen geheimnisvollen Wald voller wohlklingender Stimmen, erotischer Verführungen, hungriger Tiere und sonderbarer Pflanzen. In seinen Träumen gerät er in wundersame Gärten und verschlungene Bauten. Er wird Zeuge erstaunlicher Darbietungen wie eines Schachballetts und starker Winde. Schließlich trifft er auf die Frau, nach der er sich schon lang gesehnt hat: Hat Poliphilo seine Polia gefunden? Der aus dem Bregenzerwald stammende, in Berlin lebende Komponist Alexander Moosbrugger hat für seine erste Oper eines der faszinierendsten und zugleich rätselhaftesten Bücher der Welt ausgewählt: Hypnerotomachia Poliphili, vermutlich von dem Dominikaner Francesco Colonna geschrieben und 1499 zum ersten Mal in Venedig gedruckt. Das Werk spielt mit mehreren Sprachen, die Träume des Protagonisten führen in kolossale Gebäude und Parkanlagen, die in abgebildeten Holzschnitten sichtbar werden. Auch deshalb bezeichnete Umberto Eco es als das vielleicht schönste Buch der Welt. Für die bildende Künstlerin Flaka Haliti sind diese Holzschnitte eine wichtige Inspirationsquelle für ihre visuelle Gestaltung auf der Werkstattbühne. Gemeinsam mit dem Komponisten entwickelt sie ein musiktheatrales Erlebnis, das den Klang und die bis zu neun Meter langen Pfeifen der Orgel zu einem Protagonisten wie die Sängerinnen und Sänger sowie ein Streichquartett macht. Wie Poliphilo durch die Bäume des Waldes wird das Publikum von den Orgelpfeifen in geheimnisvoll atmende Klänge und Geräusche und Winde hineingezogen, die auch physisch erlebbar werden. In Zusammenarbeit mit der weltweit renommierten Firma Rieger-Orgelbau entsteht ein nur auf der Werkstattbühne zu erlebendes Musiktheater, das uns selbst zu Wandlern zwischen Traum und Wirklichkeit werden lässt. 36

Oper Text vom Komponisten nach Francesco Colonnas Hypnerotomachia Poliphili in der Übersetzung von Thomas Reiser und Joscelyn Godwin Uraufführung WIND Polia Poliphilo Schauspiel Hanna Herfurtner Hagen Matzeit Anna Clementi, Jürgen Sarkiss Raum Musikalische Leitung Rieger-Orgelbau Flaka Haliti Michael Wendeberg Wendelin Eberle Quatour Diotima Klangforum Heidelberg SWR Experimentalstudio KONZERT IM KUB 11. August 2020 – 21.00 Uhr Kunsthaus Bregenz Sopranistin Hanna Herfurtner und Kolleginnen und Kollegen treten im KUB in einen spannenden Dialog zwischen Renaissance, Frühbarock und zeitgenössischer Musik. › Siehe Seite 62 37

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