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Programmheft Der Goldene Drache 2015

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Werkstattbühne 2015 Der goldene Drache Musiktheater (2014) von Peter Eötvös Libretto von Roland Schimmelpfennig, eingerichtet von Peter Eötvös Österreichische Erstaufführung Koproduktion von Ensemble Modern und Oper Frankfurt Premiere: 9. August 2015 – 20.00 Uhr Weitere Aufführung: 21. August - 20.00 Uhr Dauer: 1½ Stunden (ohne Pause)

Mit der Gründung des

Mit der Gründung des Internationalen Peter Eötvös Instituts für junge Dirigenten und Komponisten schuf Eötvös eine Plattform, erworbenes Wissen und gelebte Erfahrung an die nächste Generation weiterzu geben. Von 1992 an lehrte er an der Musikhochschule in Karlsruhe, übernahm 1998 eine Professur an der Kölner Musikhochschule, um 2002 für fünf weitere Jahre nach Karlsruhe zurückzukehren. Eötvös begreift die Musik als intensive Kommunikation zwischen Komponist, Interpret und Publikum. Gerade auch in den Orchesterwerken tritt seine Fähigkeit hervor, außergewöhnliche Klangwelten zu erschaffen. So zum Beispiel in zeroPoints, entstanden 1999 als Hommage an Pierre Boulez. Das Stück nimmt Bezug auf die historische „Stunde Null“ der Elektronischen Musik, wobei die integrierten Geräuschklänge ausschließlich von den Orches terinstrumenten selbst erzeugt werden. Jeweils ein Soloinstrument stellen die Werke Jet Stream für Trompete und Orchester (2002) und Seven für Solo violine und Orchester (2006/2007) ins Zentrum der Komposition. Das Béla Bartók gewidmete CAP-KO (2005) entwickelt eine völlig neuartige Form des Klavierkonzerts. Es existiert in drei Fassungen: als Orchesterkonzert für einen Solopianisten, der abwechselnd am akustischen Flügel und elektronischen Keyboard agiert, als Doppelkonzert für zwei akustische Soloklaviere mit Orchesterbegleitung und als Ensemblestück für zwei Klaviere, Sampler und Schlagwerk (Sonata per sei). 10

Eötvös zählt zu den erfolgreichsten Opernkomponisten unserer Zeit. Während das Libretto der Kammeroper Radames (1975/1997) auf eine eigene Textidee des Komponisten zurückgeht, liegen den späteren Opernprojekten Meisterwerke der Weltliteratur zugrunde. 1998 wurde in Lyon seine Oper Drei Schwestern nach Anton Tschechow uraufgeführt. 2002 feierte Le Balcon nach dem Stück von Jean Genet beim Festival in Aix-en-Provence Premiere. Angels in America (2004) basiert auf Tony Kushners Kult-Theaterstück, das seit den 1990er Jahren zu den Schlüsseltexten der amerikanischen Literatur zählt. Auf einen Roman des Nobelpreisträgers Gabriel García Márquez geht Love and Other Demons zurück; diese Oper entführt in die kolumbianische Welt des 18. Jahrhunderts voll Aberglauben, Begierde und religiöser Besessenheit und erlebte 2008 beim Glyndebourne Festival die umjubelte Uraufführung. 2010 wurde Die Tragödie des Teufels an der Bayerischen Staatsoper in München uraufgeführt, die er 2012/13 für die Neue Oper Wien mit dem Titel Paradise Reloaded (Lilith) überarbeitete. PETER EÖTVÖS Eötvös erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise, darunter den ungarischen Bartók-Preis (1997), den Preis der Christoph und Stephan Kaske Stiftung (2000), den Royal Philharmonic Society Music Award (2002) sowie den Preis SACD Palmarès in der Kategorie „Prix Musique“ (2002). Eötvös ist seit 2000 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Ungarischen Akademie für Literatur und Kunst (Széchenyi Iroldami és Művészeti Akadémia), der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden und der Königlich Schwedischen Musikakademie. Des Weiteren wurden ihm der Titel eines Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres (2003) und 2004 der Cannes Classical Award in der Kategorie „Best Living Composer“ auf der MIDEM verliehen. Er erhielt zudem den Frankfurter Musikpreis 2007 und den Goldenen Löwen der Biennale Venedig 2011. 11

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