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Programmheft Der Goldene Drache 2015

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Werkstattbühne 2015 Der goldene Drache Musiktheater (2014) von Peter Eötvös Libretto von Roland Schimmelpfennig, eingerichtet von Peter Eötvös Österreichische Erstaufführung Koproduktion von Ensemble Modern und Oper Frankfurt Premiere: 9. August 2015 – 20.00 Uhr Weitere Aufführung: 21. August - 20.00 Uhr Dauer: 1½ Stunden (ohne Pause)

IM GESPRÄCH

IM GESPRÄCH SCHMERZHAFTE NÄHE Der Komponist Peter Eötvös und das Regieteam Elisabeth Stöppler, Hermann Feuchter, Nicole Pleuler und Zsolt Horpácsy im Gespräch über Nähe, Identität und Schmerz im Musiktheater Der goldene Drache 12

Zsolt Horpácsy Herr Peter Eötvös, die meisten Ihrer Werke für das Musiktheater entstanden nach literarischen Vorlagen, u. a. nach Werken von Jean Genet, Tony Kushner, Gabriel García Márquez, Anton Tschechow und Der goldene Drache nach dem gleichnamigen Theaterstück von Roland Schimmelpfennig. Wie haben Sie Ihre Vorlagen gefunden? Haben Sie sich an bestimmten Themen orientiert und bewusst nach den passenden litera rischen Texten gesucht oder umgekehrt: Ließen Sie sich einfach von Schauspielproduktionen und Stücken inspirieren? SCHMERZHAFTE NÄHE Peter Eötvös Bei Der goldene Drache handelt es sich ja um eine Auftragskomposition für das Ensemble Modern in Koproduktion mit der Oper Frankfurt. Bereits vor etwa 10 oder 15 Jahren hatte das Ensemble Modern ein Bühnenwerk bei mir bestellt, für das ich Die Seide von Alessandro Baricco vorgeschlagen hatte – warum es nicht realisiert wurde, weiß ich nicht mehr – und einige Jahre später planten wir ein zweites Projekt, Ray Bradburys Mars-Chroniken, was daran scheiterte, dass Universal Pictures sich die Filmrechte vorbehalten hat. Jetzt, im dritten Anlauf, habe ich dem Ensemble Modern Roland Schimmelpfennigs Der goldene Drache vorgeschlagen. Da das Ensemble Modern nach der ersten Serie im Bockenheimer Depot mit diesem Werk auf Tour gehen möchte, musste es ein Stück sein, das eine kleine und damit kostengünstige Besetzung hat. Der goldene Drache bot sich an, da es „nur“ fünf Darsteller gibt, die aber insgesamt 18 Rollen verkörpern. Aus diesem Grund habe ich auch das Ensemble auf 16 Musiker, also auf ein Minimum reduziert. Ich hatte das Theaterstück einmal in Budapest und einmal in Wien in der Inszenierung von Roland Schimmelpfennig gesehen und war fasziniert. Erst danach habe ich das Stück gelesen und festgestellt, dass es für eine Vertonung viel zu lang ist. Da man den Stoff so nicht für ein Musiktheater übernehmen konnte, haben wir in einem Vortreffen mit Elisabeth Stöppler und Roland Schimmelpfennig beschlossen, den Text zu kürzen. Schimmelpfennig hat das sofort unterstützt. Ich habe also nicht in langer Recherche meinen Stoff gefunden, sondern wurde von der Theaterbühne inspiriert. 13

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