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Programmheft Hoffmanns Erzählungen 2015

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Oper im Festspielhaus 2015 Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach Phantastische Oper in fünf Akten In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln Libretto von Jules Barbier nach dem Schauspiel von Jules Barbier und Michel Carré Premiere: 23. Juli 2015 - 19.30 Uhr Weitere Aufführungen: 26. Juli - 11.00 Uhr sowie 30. Juli, 2. und 6. August - 19.30 Uhr

ihren künstlerischen

ihren künstlerischen Zielen verbinden den Autor Hoffmann und den Komponisten Offenbach. Ist Hoffmann heute fast ausschließlich als Schriftsteller bekannt, wird dies seiner künstlerischen Persönlichkeit nicht gerecht. Er zeichnete ebenso wie er komponierte; mehrere Opern und zahlreiche Instrumentalwerke stammen aus seiner Feder. Erst über zwanzig Jahre nach der Uraufführung von Barbiers und Carrés Schauspiel beginnt Offenbach mit der Arbeit an seiner letzten Oper. Vollenden kann er sie nicht. 26

Schon vor der Uraufführung beginnt die rege Bastelei an Offenbachs Komposition: Der Venedig-Akt wird komplett gestrichen, auf drei musikalische Höhepunkte daraus möchte man aber doch nicht verzichten, weshalb die Barcarolle, Hoffmanns Romanze und das Duett Giulietta-Hoffmann in die anderen Akte integriert werden. Dennoch ist die Uraufführung am 10. Februar 1881 ein großer Erfolg. Für die Wiener Version mit Rezitativen statt Dialogen vervollständigt Ernest Guiraud Offenbachs Skizzen. Die Aufführung dieser Fassung findet am zweiten Abend ein furchtbares Ende: Bei einem Brand im Wiener Ringtheater werden hunderte Menschen getötet und Noten vernichtet. Sechs Jahre später brennt es auch in der Pariser Opéra-Comique, wieder sind Todesopfer und verbrannte Noten zu beklagen, darunter wohl die Orchesterstimmen von Hoffmanns Erzählungen. Wundersamerweise bleibt die Partitur des Dirigenten erhalten, sie wird aber erst 2004 wiedergefunden. Nach diesen düsteren Ereignissen verschwindet das Werk zunächst von den Spielplänen. Bei den folgenden Aufführungen werden die Bearbeitungen fortgesetzt. Bei einer Aufführung in Monte-Carlo 1904 ist erstmals ein „Septett mit Chor“ im vierten Akt zu hören, bei einer Berliner Aufführung 1905 Dapertuttos „Spiegelarie“, die beide nicht aus Offenbachs Feder stammen. Erst als in den siebziger und neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts bedeutende Teile des Werks wieder auftauchen, lässt sich Offenbachs ursprüngliche Intention erahnen. Offenbachs letzte Oper bleibt dennoch ein Rätsel. UNHEIMLICHE WIEDERGÄNGER Olaf A. Schmitt 27

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