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Programmheft Staatsoperette 2016

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Werkstattbühne Staatsoperette von Otto M. Zykan Staatsoperette - Die Austrotragödie In zwei Akten, eine Bearbeitung der Staatsoperette von Franz Novotny und Otto M. Zykan (1977) durch Michael Mautner und Irene Suchy (2015) Uraufführung Premiere: 2. August 2016 - 20.00 Uhr Weitere Aufführung: 4. August - 20.00 Uhr Dauer: ca. 1¾ Stunden

U Unterrichtsminister

U Unterrichtsminister Fred Sinowatz subventionierte als Minister für Unterricht und Kunst das Fernsehprojekt Staatsoperette mit einer Million Schilling, was zu leidenschaftlichen Debatten im Parlament führte. Sinowatz entgegnete den ÖVP- und FPÖ-Abgeordneten, »der Film solle sich kritisch mit geschichtlichen Vorgängen auseinandersetzen.« Sinowatz gab am 13. März 1978 einen Erlass an die Schulen mit der Aufforderung, »auf die Ereignisse vor und nach dem 13. März 1938 in ausführlicher Weise einzugehen«. Die meisten Landesschulräte unterdrückten diese Weisung. V Verdacht Wegen Verdachts nach § 188 StGB (Üble Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens) wurden die Autoren der Staatsoperette von der »Vereinigung deutschsprachiger Bürgerinitiativen zum Schutz der Menschenwürde« verklagt. Die Strafanzeige wurde im November 1978 zurückgelegt. Der Katholische Familienverband strengte eine Beschwerde gegen den ORF bei der »Kommission zur Wahrung des Rundfunkgesetzes« an. Am 2. März 1978 stellte die Kommission fest, dass das Rundfunkgesetz nicht verletzt wurde. W Weiber In der Fernseh-Staatsoperette kommen keine Frauen vor. Der Austrofaschismus erklärte eine natur- und gottgewollte untergeordnete Stellung der Frau. Das Prinzip gleicher Rechte und Pflichten für Frauen und Männer sollte nur so weit gelten, als es nicht durch Gesetz anders bestimmt sei. Mädchenturnen wurde als sittengefährdend eingestuft, Subventionen für Mädchenmittelschulen wurden gekürzt. 1934 wurden die Scheidungsgesetze, 1937 die Bestimmungen für den Schwangerschaftsabbruch verschärft, selbst Beihilfe wurde mit Kerker bestraft. Das Doppelverdiener-Verbot im öffentlichen Dienst diskriminierte verheiratete berufstätige Frauen, Lebensgemeinschaften ohne Trauschein galten als Vergehen. 18

X Xylorimba Dieses Instrument ist ein Idiophon, dessen hölzerne Klangstäbe mit Schlägeln angeschlagen werden. Es hat einen Tonumfang von vier Oktaven und vereinigt Elemente des Marimbaphons und Xylophons. Das Xylorimba war eines von Zykans Lieblingsinstrumenten, eine Vorliebe, die Michael Mautner in der Partitur von Staatsoperette – Die Austrotragödie für seine Ergänzungen gern berücksichtigte. ABC Y Y in Zykan Das »Y« im Namen Zykan darf nicht wie ein »ü« ausgesprochen werden, sondern muss wie ein »i« artikuliert werden. Darauf legte Otto M. Zykan großen Wert, darauf legt Irene Suchy, seine Nachlassverwalterin, ebenfalls großen Wert. Der Co-Komponist und Co-Autor Michael Mautner meint dazu, dass ein »i« in Zykan wie »Zicke« klingt, während das noblere »ü« die Assoziation von »Zyankali« hervorrufen kann – einem wichtigen Heilmittel, das in falscher Dosierung ein tödliches Gift ergibt –, was der zykanschen Ausstrahlung eher entspricht. Z Zykan »Denn alles, verehrte Damen und Herren, ist Musik, was nicht Gymnastik ist. (Als letzte Unterscheidung, die möglicherweise erhalten bleibt.) Damit reduziert sich unsere Fragestellung auf den alle Bereiche des Menschseins flächendeckenden Problemkreis: Wie verhindert man die Unbegabten, die emsig bestrebten Mittelmäßigen? Und wer entscheidet, wie sie wann, wo zu finden sind? Ich würde niemandem raten, sich bei dieser Suche zu beteiligen. Er könnte nicht zuletzt deshalb sich als Opfer wiederfinden.« »Langsam dämmert mir, warum Katastrophen prinzipiell unvermeidlich sind.« Irene Suchy 19

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