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Programmheft Turandot 2016

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Spiel auf dem See Turandot von Giacomo Puccini Premiere: 21. Juli 2016 - 21.15 Uhr Lyrisches Drama in drei Akten und fünf Bildern (1926) Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni Schlussduett und Finale vervollständigt von Franco Alfano In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Calaf Mag die Welt

Calaf Mag die Welt untergehen, ich will Turandot!“ Seit der unbekannte Prinz die chinesische Prinzessin zum ersten Mal erblickt hat, ist er gebannt von ihrer Schönheit und begehrt sie. Dass sie vor seinen Augen das Todesurteil über den persischen Prinzen verhängt, nimmt Calaf gar nicht wahr. Vor ihrem Erscheinen hat er noch mit dem Volk um Gnade für den gescheiterten Kandidaten gebeten. Doch plötzlich antwortet er seinem verwunderten Vater mit zarter Stimme: „Fühlst du es nicht? Wie ihr Duft die Luft durchdringt! Und die Seele!“ Wie besessen von Turandots Erscheinung sieht er sich schon als Sieger ihrer Rätsel und weist alle Warnungen von sich. Sein gerade wiedergefundener Vater fürchtet seinen Tod genauso wie dessen Begleiterin Liù, die den Prinzen liebt. Den flehenden Ton ihrer Arie greift er zwar auf, bittet sie damit aber um des Lächelns willen, das er ihr einst geschenkt hat, sich auch weiterhin fürsorglich um seinen alten Vater zu kümmern, falls er am nächsten Tag nicht mehr auf der Welt sein sollte. Auch die grausamen Bilder, die Turandots Minister Ping, Pang und Pong dem unbekannten Prinzen vor Augen führen, schlägt Calaf in den Wind. Für ihn gibt es nur noch eines: Dreimal schlägt er auf den Gong und erklärt sich damit zum nächsten Bewerber um die chinesische Prinzessin. Entgegen allen Erwartungen gelingt es ihm, alle drei Rätsel zu lösen. Turandot weigert sich aber, ihren Schwur zu halten und fleht ihren Vater um Hilfe an. Erneut überrascht Calaf alle anderen: „Ich will dich glühend vor Liebe!“ Plötzlich stimmt er eine berührende Melodie an und stellt der Prinzessin selbst ein Rätsel: Findet sie bis zum nächsten Morgen seinen Namen heraus, ist er bereit zu sterben. Seine Melodie kehrt in der Nacht wieder, in der keiner schlafen darf. „Als lebte er nicht mehr in der Wirklichkeit“, lauscht Calaf den Herolden, die Turandots Verbot verbreiten. Er ist sich seines Sieges sicher, im Morgengrauen werde Turandot ihm gehören. Erneut versuchen die Minister ihn von seinem Plan abzubringen. Sie bieten ihm leicht bekleidete Mädchen und Reichtümer an, wenn er seinen Namen verrate. Doch vergeblich sind ihre Angebote. Mag die Welt auch untergehen, er will Turandot – und bekommt sie. Liùs Selbstmord und sein Kuss haben die eisumgürtete Prinzessin zum Schmelzen gebracht: „Schon fühl ich dich in süße Ohnmacht sinken, ganz weiß in deinem Mantel von Silber!“ 37 CONSTANCE HOFFMAN

Seit vor langer Zeit der unbekannte Prinz ihr zugelächelt hat, liebt ihn Liù. Fürsorglich kümmert sie sich um dessen Vater Timur, mit dem sie sich auf der Flucht befindet. Mitten in der Aufregung der bevorstehenden Hinrichtung des persischen Prinzen versucht Liù den gestürzten Timur wieder aufzurichten und fleht um Hilfe. Ausgerechnet sein eigener Sohn ist zur Stelle und findet seinen Vater wieder. Calaf erkennt Liù nicht wieder, doch sie erinnert ihn an das Lächeln, das er ihr einst geschenkt hat. Dieses Lächeln im Herzen, fleht sie ihn an, von seinem waghalsigen Plan, sich Turandots Rätseln zu stellen, abzurücken. So lange haben sein Vater und sie seinen Namen auf den Lippen getragen und sind durch die Welt geirrt. Seinen Tod könne sie nun nicht ertragen. Rettet Calaf sich zwar mit den gelösten Rätseln vor dem Tod, setzt er mit seinem eigenen Rätsel erneut sein Leben aufs Spiel. Liù wird gefasst und gefoltert, damit sie den Namen des unbekannten Prinzen verrate. Nur sie kenne dessen Namen, erklärt Liù, um Timur vor der Folter zu schützen. „Es ist meine höchste Wonne, das Geheimnis zu bewahren und allein zu besitzen!“ Sie lässt die Folter über sich ergehen und fürchtet nicht den Tod, damit Calaf leben kann. Auf Turandots fassungslose Frage, was ihr Herz so stark mache, antwortet sie, die Liebe, für die sie als größtes Opfer ihr Leben gebe. Auch Turandot, die eisumgürtete Prinzessin, werde den Prinzen lieben, prophezeit sie. Damit er nochmals siegen könne, „schließe ich müde die Augen, um nie ihn wiederzusehen!“ Ihr Selbstmord rührt alle, ihre Güte, ihre Milde wird gelobt – und ihre Poesie. »Dich gebe ich ihm, Prinzessin, FIGURINEN 38

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